[Gastbeitrag] Problematische Klassiker - Statement einer PoC*

* PoC = Person of Colour
Vor ein paar schrieb ich einen Beitrag darüber, wie wir mit problematischen Klassikern umgehen und ob wir ihnen Immunität gewähren sollten. Mehrere Sachen sind mir dabei aufgefallen, auch wenn ich die Diskussionen unter dem Beitrag sehr spannend fand. Zum einen hatte ich das Gefühl, dass viele der Kommentierenden bei ihrem Urteil von einem weißen Publikum als Status Quo ausgehen und gar kein nicht-weißes Publikum mitdenken. Das empfand und empfinde ich als problematisch, denn, wie allen klar sein sollte, die Gesellschaft ist nicht nur weiß und wenn wir ein nur oder primär weißes Publikum bei solchen Fragen vor Augen haben, reproduzieren wir bereits Rassismus. Selbiges gilt für weitere Marginalisierungsachsen, die wir mitdenken sollten. Es ist nicht immer Rassismus, die ganze Diskussion lässt sich auch auf weitere Begriffe und Aussagen münzen, die Marginalisierung reproduzieren.

Das Zweite, was mir aufgefallen ist, ist die Forderung danach, Betroffene zu Wort kommen zu lassen. Zwar bin auch ich in gesellschaftlicher Hinsicht nicht weiß, einfach, weil ich u.a. türkisch und muslimisch (sozialisiert) bin, aber ich bin white-passing, das heißt, ich sehe weiß aus und werde in der Öffentlichkeit nicht als "fremd" wahrgenommen. Damit gehen natürlich einige Privilegien einher - dazu gehört auch, dass ich keine rassistischen Beleidigungen (slurs) zu hören bekomme, die leider gar nicht so selten sind, wie man glaubt. 

Ich bin auch entschieden dafür, Betroffene zu Wort kommen zu lassen und habe mich deshalb sehr gefreut, dass Sinead von Huntress of Diverse Books sich bereit erklärt hat, einen Beitrag zu dem Thema zu verfassen. Sinead ist brown, eurasisch und lebt in Deutschland. Danke für den Text, Sinead!

__________________________________________________________________________________________

Wie gehen wir mit problematischen Klassikern um?
von Sinead

Klassiker...so viele von denen beinhalten problematische Wörter und Aussagen. Viele Menschen meinen, es wäre zu viel Political Correctness, die Bücher nachzubearbeiten. Aber wieso sind euch diese Wörter so wichtig? Ist es wirklich wichtig, dass eine rassistische Beleidigung im Text steht, anstelle von einer besseren Alternative? Ist es wirklich wichtig, dass es keinen Kommentar gibt, welcher erklärt, warum eine Aussage kritisch ist? Ich finde, dass da oft dann das Privileg von einigen Leser_innen in den Vordergrund gerückt und nicht an die marginalisierten Menschen gedacht wird, welche durch eben jene Aussagen diskriminiert werden. 

Es ist vielleicht für viele nur ein bisschen Geschreibsel auf einer Seite. Aber Klassiker werden immer wieder gelesen und deshalb werden viele solcher Wörter und Aussagen normalisiert.

Wenn wir Klassiker anders behandeln, kommt bei mir der Gedanke auf, dass wir denken, dass all diese Oppressionen früher passiert ist und heute vorbei ist. Es wird so getan, als ob unsere Gesellschaft heutzutage viel besser ist und gar nicht so schrecklich gemein, unhöflich und respektlos wie damals. Fragt aber mal rum, wie viele von euren Freund_innen, die marginalisiert sind, solche Wörter und Aussagen auch heute hören. Obwohl, wer weiß ob ihr wahrheitsgemäße Antworten kriegt. Ich weiß, dass ich mit bestimmten Menschen über Rassismus nicht mehr rede, weil mir nicht zugehört wird. Einen Klassiker zu beschützen, heißt für mich deshalb auch so zu tun, als ob Menschen heutzutage nicht mehr so denken.

Es sind nicht nur allocishet weiße abled¹ Menschen, die lesen. Natürlich gibt es auch marginalisierte Menschen und wieso ist es nicht wichtig, dass wir Bücher auch für diese Leser_innen lesefreundlich machen? Ist es zu viel verlangt, dass auch marginalisierte Leser_innen ein entspanntes Leseerlebnis haben?

Was tun, wenn Beleidigungen und problematische Aussagen relevant sind?

In diesem Fall bin ich sehr für Content Warnings². Der Verlag könnte Content Warnings in den ersten Seiten auflisten, oder bevor die Geschichte anfängt darauf hinweisen, dass man auf eine der letzten Seiten Content Warnings finden kann. Diese Content Warnings sollte man auch über verschiedene Online-Buchhandlungen finden können.

Natürlich sind Beleidigungen und problematische Aussagen manchmal relevant für das Buch, zum Beispiel, wenn es um ein Buch geht, welches Rassismus, Sexismus, Ableismus, oder Queerfeindlichkeit behandelt. Hier wird ja aber auch während des Buches erläutert, weshalb man diese Slurs und Aussagen nicht benutzen sollte. 

Slurs und problematische Aussagen können auch relevant sein, wenn es um eine Geschichte geht, welche zu einer bestimmten Zeit spielt. Manchmal wird in den Büchern die Problematik nicht erläutert. Dafür könnte man Fußnoten benutzen.

Was tun, wenn Slurs und problematische Aussagen nicht relevant sind?

Im Falle von Büchern, die Beleidigungen beinhalten, die die Geschichte in keinster Weise beeinflussen, sollte man sie ersetzen. Am Ende des Buches könnte man eine Aufzählung der verschiedenen Slurs haben und mit welchen Begriffen diese ersetzt wurden. Fußnoten wären auch eine Möglichkeit, aber ich finde die nicht so gut, da marginalisierte Menschen somit trotzdem die Beleidigungen lesen, die sie versuchen zu vermeiden. Meiner Meinung nach ist dies auch keine Zensur, alle, die gerne noch mal die Slurs lesen möchten, können dies ja gerne noch in der Aufzählung nachholen.

Bei irrelevanten problematischen Aussagen, finde ich, dass es, sowie bei relevanten Aussagen, Fußnoten geben sollte, die erklären, weshalb die Aussage falsch ist und_oder ein Produkt der Zeit, und zwar auf der gleichen Seite. 

Ich möchte kurz erklären weshalb ich zwei andere Optionen für uneffizient halte.

1. Gar nichts ändern

So werden diese Aussagen und Wörter normalisiert. Es fängt mit den Kinderbuch-Klassikern an und geht weiter bis zu Büchern, die für Erwachsene geschrieben werden. Und sag mir bitte nicht, dass die Schulen kritisch mit diesem Content umgehen werden. Das tun die wenigsten, was unter anderem auch daran liegt, dass es nicht so viele Lehrer_innen gibt, die marginalisiert (und sich der Problematik bewusst) sind.

2. Erklärung zu den problematischen Content durch Vorwort und Nachwort

An sich eine gute Möglichkeit, die erlauben würde, dass man noch detaillierter als in einer Fußnote den problematischen Content veranschaulichen könnte. Aber es sollte nicht die einzige Lösung sein. Meiner Meinung nach sollte dies nur als Verdeutlichung benutzt werden und nicht als einziges Tool. Es gibt zu viele Leser_innen, die diesen Teil des Buches nicht mehr lesen werden.

Ich würde dann auch ein kurzes einleitendes Vorwort, welches die Thematik zusammenfasst, und ein längeres, detailliertes Nachwort, bevorzugen. Der Grund dafür ist, dass man dann als Leser_in schon mal weiß, was problematisch ist und beim Lesen darauf achten kann und im Nachhinein mit der Kenntnis über die Geschichte die Erklärungen über die Problematik lesen kann.
__________________________________________________________________________________________

Und zur guter Letzt, wenn ihr ein Buch lest und es euch wirklich wichtig ist, dass da noch die Slurs drin sind, weil ihr unbedingt diese Wörter lesen wollt und dann auch extra Auflagen sucht, wo das Wort auch gedruckt ist, dann finde ich es sehr gewaltsam von euch.

Die Intention einer Aktion ist egal. Eine gute Intention schützt nicht davor, Schaden herbeizurufen.
__________________________________________________________________________________________

¹ allo = verspürt grundsätzlich sexuelle, romantische, ästhetische und sensuelle Anziehung zu anderen Menschen (weitere Informationen z.B. hier)
cis = kurz für Cisgender, d.h. deine Geschlechtsidentität stimmt mit dem dir bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht überein
het = heterosexuell, heteroromantisch, heterosensuell und heteroästhetisch abled = deine physischen und mentalen Fähigkeiten entsprechen der gesellschaftlichen Norm

² Content Warnings sind Schlagwörter, die den_die Leser_in auf den Inhalt des Textes vorbereiten, z.B. "Rassismus", "sexuelle Gewalt", "Suizid", "Queerfeindlichkeit", "Ableismus" usw. - so ist die Person gewarnt und kann entscheiden, ob sie das lesen möchte oder nicht.

Kommentare

  1. *Und zur guter Letzt, wenn ihr ein Buch lest und es euch wirklich wichtig ist, dass da noch die Slurs drin sind, weil ihr unbedingt diese Wörter lesen wollt und dann auch extra Auflagen sucht, wo das Wort auch gedruckt ist, dann finde ich es sehr gewaltsam von euch.*

    Wie du das findest ist mir ziemlich egal, aber ich lese auch nach diesem Geheule hier lieber unverstümmelte Klassiker. Es reicht, dass dieser amerikanische Trigger-Mist mit Mikro-Agressionen dort die Lehre verhunzt, ich lehne das für mich ab.

    Die Welt ist nicht immer schön, sie ist nicht immer fair und wer nicht mal in Büchern damit umgehen kann, sollte zum Psychologen gehen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Intention einer Aktion ist egal. Eine gute Intention schützt nicht davor, Schaden herbeizurufen.

      - Wer sich geschädigt fühlt, weil ich ein Buch lese, und zwar in der Ausgabe, die ich möchte, braucht definitiv einen Psychologen.

      Löschen
    2. Dein Kommentar ist sehr respektlos und uneinsichtig.

      Es geht hier nicht im irgendein Wort, es geht um einen Teil von jahrhundertealtem Rassismus, was natürlich betroffenen Menschen wehtut - ebenso wenn andere darauf bestehen, Bücher mit diesen Begriffen zu lesen und damit dazu beitragen, rassistische Begriffe zu erhalten. Auch sowas sind rassistische Handlungen und tragen zum allgemeinen Klima bei.
      Unmögliche Kommentare wie deiner zeigen, dass ihre Reaktionen da vollkommen berechtigt sind.

      Zumal der Kommentar jetzt auch nicht gerade Respekt für Therapien ausstrahlt. Therapien sind grundsätzlich eine gute Sache, gerade weil Trigger und Menschen, die sie erleben, kein "Mist" sind (und schon gar nicht nur aus den USA), sondern eine reale und ernstzunehmende Sache, auch wenn mensch selbst damit vielleicht keine Probleme hat.
      "Du übst Kritik, die mir nicht passt", ist dagegen kein Grund für eine Therapie.

      Löschen
    3. Hallo Nomadenseele,

      dein Kommentar ist wirklich respektlos. Meinst du die "Lehre" an den Unis? Ich frage mich, worauf du da anspielst. Rassismus ist keine "Mikro-Aggression", sondern gewaltvolles Verhalten.

      Ich glaube, es ist allen klar, dass die Welt nicht immer schön ist. Aber der Grundgedanke ist doch folgender: Sprache konstruiert Welt. Rassistische Begriffe konstruieren eine rassistische Welt, in der wir leben. Da Wörter so eine Macht haben und wir uns aussuchen können, welche Wörter und Begriffe wir verwenden, liegt es an uns und an jede_m einzelnen, der/die Sprache und Wörter liebt, für sich zu entscheiden, an welcher Konstruktion einer Welt er/sie teilhaben will.

      Und wenn ich weiß, dass die verwendete Sprache rassistisch und damit gewaltvoll ist, dann bestehe ich als weíßer* Mensch nicht auf der Verwendung von verletzenden Begriffen - weil ich nicht Teil dieser Konstruktion von Welt sein möchte und weil ich niemanden verletzen will. Aber das bin dann wohl ich - du scheinst da eine andere Auffassung zu haben.

      Zu dem Therapiethema hat Shiku schon alles relevante geschrieben.

      Löschen
  2. *Rassistische Begriffe konstruieren eine rassistische Welt, in der wir leben. Da Wörter so eine Macht haben und wir uns aussuchen können, welche Wörter und Begriffe wir verwenden, liegt es an uns und an jede_m einzelnen, der/die Sprache und Wörter liebt, für sich zu entscheiden, an welcher Konstruktion einer Welt er/sie teilhaben will.*

    Ich will nicht dem Rassismus das Wort reden, aber ein keimfreie Welt wie sie euch vorschwebt, ist verlogen, unehrlich und langweilig. Menschen werden nun mal abgelehnt, weil sie dick sind, weil sie die falsche Hautfarbe in der Sicht anderer haben, weil sie einfach unsympathisch sind. Nur für Farbige gibt es nur einen Grund, nämlich ihre Hautfarbe, dass sie vielleicht nur unsympathisch auf jemanden wirken, kommt für sie gar nicht erst in Betracht.

    Wer die Klassiker nicht lesen möchte, weil er sie rassistisch findet, soll sie eben nicht lesen. Man muss schon sehr geschädigt im Kopf sein, um alte Bücher persönlich zu nehmen.
    Wer Klassiker umschreiben möchte, weil ihm die Sprache nicht passt, dem sei 1984 mit dem Neusprech ans Herz gelegt. Ich lasse mir das nicht vorschreiben.

    Und es geht die Leute einen Dreck an, welche Bücher ich in welcher Ausgabe lese und wenn sie sich dadurch geschädigt fühlen, dann ist das ganz alleine deren Problem und nicht meines.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Es gibt Menschen, die nehmen die Welt hin, wie sie ist und denken sich "geht mir am Arsch vorbei" - wie dich - und es gibt Menschen, die möchten sich um eine möglichst diskriminierungsfreie Welt bemühen. Der Beitrag von Sinead legt dar, weshalb sie das als PoC schädigend findet und alles, was dir einfällt, ist bockiges Orwell-Gelaber. Willst du als nächstes auch auf N**-Küsse bestehen? Gerade Neusprech sollte aufzeigen, dass Sprache eben n i c h t egal ist, sondern Wirklichkeit schafft. Wenn wir Wörter meiden, die Menschen othern, was könnte schlimmstenfalls passieren - dass sich eine Gruppe von PoC besser fühlt? Wäre das so schlimm für dich?

      Ich finde es übrigens auch sehr schade, dass du so ausfallend, abweisend und respektlos bist. Unter meinem ursprünglichen Beitrag gab es auch einige, die nicht meiner/unserer Meinung waren, aber jede Diskussion fand sachlich und freundlich statt. Dass du hier so reagierst, zeigt eigentlich nur, wie weit wir noch am Anfang stehen, was die Aufarbeitung von rassistischer Geschichte angeht. Wenn du mit Strukturkritik - sorry, "Trigger-Mist" - nichts anfangen kannst, wirst du auf meinem Blog leider nicht sehr glücklich werden.

      Löschen
    2. Wenn jeder an sich denkt, ist jedem geholfen - das ist doch die Grundaussage deines Beitrags. Das ist völliger, selbstzentrierter Blödsinn. Kein Mensch hat das Recht, einen anderen zu verurteilen, nur weil er nicht aussieht, wie er einem in den Kram passt. Das ist nun mal so, das haben wir immer so gemacht, das lässt sich nicht ändern - von solchem faulen Gerede könnte ich kotzen. Aber gut, wenn du damit leben kannst, dass du offenbar nichts dazulernen möchtest - tu das. Anderen aber ihre Motivation wegdiskutieren zu wollen, solche Ansichten zu ändern, das ist ganz schön armselig. Wenn nicht wir, wer dann? Wie viele Generationen wollen wir noch warten, bis wir lernen, dass wir alle eine Menschenwürde besitzen, die es zu schützen gilt, auch wenn wir alle verschieden sind?
      Worte sind mächtig. Worte sind und waren schon immer der größte Einfluss, den wir Menschen haben - wir sollten lernen, bewusster damit umzugehen.
      Dein Kommentar, dass Farbige alles nur auf ihre Hautfarbe schieben, geht völlig am Thema (und an der Realität) vorbei. Hier geht es nicht um eine Person, die sich geärgert fühlt. Hier wird über fiktive Werke und deren Sprache geredet. Für mich sind solche Kommentare nur ein Zeichen dafür, wie sehr du verinnerlicht hast, deine - tut mir leid, das so direkt sagen zu müssen - rassistischen Ansichten verinnerlicht hast und vor dir selbst verteidigen möchtest.

      Löschen
    3. Hm...
      "Ich will nicht dem Rassismus das Wort reden," Nomadenseelchen, warum tust Du es dann? Ich lese nur, dass Du große Probleme hast, mit Deinem eigenen Rassimus umzugehen - eine sehr häufige Abwehrreaktion (wer möchte schon zugeben, dass er/sei Rassist*in ist (auch wenn Du es - weiter unten - sogar explizit tust).

      Rassimus ist strukturell., das wäre für Dich eine wichtige Erkenntnis. Auch Du bist betroffen, jede/r.
      Aber das muss nicht sein. Es gibt gute Bücher dazu, die Dir ermöglichen, eine freie Haltung zu entwickeln, statt in den Deinen Zwängen gefangen zu bleiben (z.B. "exit RACISM")
      Die von Dir geäußerten üblen rassisistischen Beleidigungen gehen natürlich auf Dein Konto, keine Ausrede möglich. Also entscheide Dich: Hasserfüllt Rassist/in zu bleiben, Angstbeißer/in, jemand, der mit geschlossenen Augen auf andere einprügelt.

      Löschen
  3. Ich halte es grundsätzlich für falsch, in Klassikern problematische Begriffe zu ersetzen. Aus einem einfachen Grund: Ein Buch ist ein Gesamtkunstwerk, bei dem der Autor bestimmte Vorstellungen hatte, die sich auch in der Wortwahl ausdrücken und das immer nur im Kontext der Umstände gelesen werden kann, die zum Entstehungszeitpunkt bestanden haben. Zweifellos richtig ist dabei, dass bestimmte Begriffe kritisch betrachtet und im Kontext ihrer Zeit gelesen werden müssen. Allerdings sind insbesondere Klassiker auch ein Spiegel ihrer Zeit. Ich möchte ein Buch beim lesen selber entdecken, möchte mir selber Gedanken über die Inhalte machen und sie einordnen. Kommentare können dabei helfen, deswegen finde ich insbesondere vor- und nachgelagerte Kommentare durchaus hilfreich. Auch gegen Triggerwarnungen ist nichts einzuwenden. Fußnoten sehe ich dagegen etwas kritischer, weil zumindest mich im Lesefluss stören. Und natürlich gibt es auch Ausnahmen, in denen ich Änderungen für völlig unkritisch halte: In Kinderbücher gehören bestimmte negativ konnotierte Begriffe einfach nicht hinein und ein Ersatz ist unproblematisch.

    Ich schlage allerdings bezüglich der Bücher für Erwachsene einen anderen Denkansatz vor, der möglicherweise - auch unter Berücksichtigung der fortschreitenden Digitalisierung - möglicherweise zukünftig realisiert werden könnte: Schön wäre, wenn die Käufer*innen von Büchern sich bei Ausgaben eigenständig für eine Version entscheiden könnten. Wenn also beispielsweise zwischen der Originalfassung (ggf. obligatorisch mit Vor- und Nachwort) und der im Text "entschärften" Version gewählt werden könnte.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich kann das ganz gut nachvollziehen und finde deinen Vorschlag für die digitalen Kopien spannend. Ich sehe es trotzdem ein bisschen anders, im Falle von "And Then There Were None"/"Und dann gab's keines mehr" von Agatha Christie zB verstehe ich zwar das Argument mit dem Spiegel der Zeit, allerdings tut diese Begrifflichkeit wirklich gar nichts zu Sache und kann nur dann produktiv sein, wenn wir das als geschichtliche Quelle betrachten. Wenn die Geschichte einfach nur als Krimi gelesen wird, ist es absolut irrelevant und in dem Fall bin ich dafür, Reproduktion zu vermeiden und finde so ein Vorwort des Verlags, in dem steht "tut uns leid, wenn ihr euch angegriffen fühlt" statt einer Erklärung, warum die Begriffe überhaupt ein Angriff sind, sehr unglücklich. Zumal es ja schon abgeänderte Ausgaben gibt, im Deutschen sowie im Englischen.
      Danke jedenfalls für deine Gedanken und liebe Grüße!

      Löschen
    2. Wichtig ist vermutlich, wie Leser*innen Bücher konsumieren: Wenn Bücher rein unterhaltend konsumiert werden - wie insbesondere bei moderner oder zeitloser Belletristik häufig der Fall - ist eine Anpassung tatsächlich nicht entscheidend, weil sie den Unterhaltungswert grundsätzlich nicht ändert. Werden Bücher allerdings auch mit dem Ziel gelesen, sie in irgendeiner Form einzuordnen (was bei mir der Fall ist, wenn ich bewusst klassische Schullektüre von Autoren wie Mann, Schiller, Goethe oder Lessing lese), ist eine Bearbeitung tendenziell schädlicher. Das Problem ist, dass die Verleger nicht beurteilen können, mit welcher Intention Leser*innen an die Bücher herangehen.

      Löschen
    3. Ich würde sogar noch weitergehen: Wer unsere Kultur nicht akzeptieren kann, und sogar darauf drängt diese zu verändern / zu verstümmeln, sei es Literatur oder der Zwarte Piet in den Niederlanden, der soll doch bitte unser Land verlassen.

      Solche Artikel wie dieser wecken kein Verständnis bei mir, sondern rufen zur Kulturoppukation auf. Solche Leute mag ich nicht, ob farbig oder nicht.

      Löschen
    4. Bitte?!
      1. Dulde ich solche rassistische Kackscheiße hier nicht - da bist du hier ganz, ganz falsch.
      2. Ist "farbig" ein rassistischer Begriff.
      3. Bin ich und jede andere PoC, der*die hier geboren ist, genauso ein Teil des Landes wie du. Es gibt Afrodeutsche, die seit etlichen Generationen hier leben! Welches Land soll das also sein, in das sie und ich zurückkehren sollen, mh? Ob es dir passt oder nicht, WIR sind Teil der Kultur und Kultur ist nicht statisch. Gott sei Dank. Sonst wäre der Verfall dank Denken wie deiner gesichert.

      Ich fasse es wirklich nicht, was du grade geschrieben hast. Ist dir nicht bewusst, wie falsch das ist?!

      Löschen
    5. Ernsthaft. Was ist den bitte "unsere" Kultur? Kultur ist nichts statisch, sie entwickelt sich. Es gibt immer Subkulturen, die konträr zur Leitkultur funktionieren, und dennoch ein Teil davon sind. Darum behaupte ich hier auch nicht, alle Rassisten sollen sich am besten irgendwo anders gegenseitig hassen gehen. Selbst wenn ich mir das wünsche.
      Bücher sind Kulturgut, Literatur in hohem Maße an der Formung der Gesellschaft beteiligt - ja, noch immer. Aber unsere Gesellschaft ist eine andere, als in Aufklärung, Klassik, Realismus, etc. Das bedeutet doch, dass wir sogar auf eine Hilfe angewiesen sind, uns die Texte zu "übersetzen" und dahinter zu blicken. Je jünger der Leser, desto wichtiger finde ich das. Denn kulturelle Bildung fängt in den Kinderzimmern an und viele Erwachsene wissen, dass Text und Realität unterschiedlichen Regeln unterliegt - unterschiedlichen Kulturen. Dass einige gerade das aber nicht wissen, wurde hier wunderbar gezeigt. Gerade darum ist es wichtig, nicht blauäugig Klassiker an den Leser zu bringen. Danke Elif für den Text hier, denn darüber wird immer wieder viel zu wenig geredet.

      LG
      Eva

      Löschen
    6. Sag mal, Nomadenseele, hast du keinen Funken Schamgefühl in dir?

      Elif hat's eigentlich schon alles gesagt und siehe auch Evas Text zu Kulturen, aber was zum Henker.
      Diese pure Arroganz, ein Land als für dich zu beanspruchen und bestimmen zu wollen, wer hier sein darf und wer nicht.

      Vor allem ist das so ein Unsinn. Glaubst du ernsthaft, dass sich kulturelle und soziale Strukturen in Deutschland noch nie geändert haben? Dass alles gleich ist seit anno dazumal?
      Aufrufe zu Veränderung sind keine Verstümmelung. Sie sind normal, sind wichtig, sind notwendig. Es gab sie immer und es wird sie immer geben. Die, die den Status Quo nicht akzeptieren, müssen nicht gehen. Menschen, die sich auf Rassismus und anderen Unterdrückungsmechanismen ausruhen wollen, müssen endlich dazu lernen. Es ist die Arbeit wert.

      Löschen
    7. Liebe/r Nomadenseele,

      bitte lass mich deiner Diskussion doch einfach vorgreifen, damit wir uns deinen rassistischen Mist hier weiterhin sparen können:

      - Das hätte es unter Hitler nicht gegeben. (Da wurden noch die richtigen Bücher verbrannt.)
      - Die Ausländer nehmen uns unsere Jobs weg, lasst uns doch unsere Bücher.
      - Ihr Gutmenschen wollt unser Land nur ausländerfreundlich machen.
      - Unser Land, unsere Regeln!

      Weißt du, was ich nie verstehen werde? Wie Menschen, die _nicht als Glück_ hatten, dass sie _zufällig_ in Deutschland geboren wurden und nicht in einem anderen Land, sich herausnehmen wollen, zu bestimmen, wer sich in Deutschland aufzuhalten hat und nach wessen Schnauze sie reden müssen. Und wer denn nun ein "echter Deutscher" ist.

      Ich kann und will nur hoffen, dass genug Menschen dazulernen. Dass es genug Erwachsene gibt, die ihren Kindern die Fähigkeit zur Toleranz nicht nehmen, die ihren Mund aufmachen und zeigen, dass es nicht nur okay, sondern auch nötig ist. Dass wir irgendwann mal erkennen, dass es keine Leistung ist, irgendwo geboren zu werden, sehr wohl aber, sich für andere Menschen einzusetzen und eine helfende Hand zu reichen. Dass es erstrebenswert ist, nicht nur auf sich selbst zu sehen und alles, was einen selbst betrifft, sondern auch die Gefühle und Belange anderer zu unterstützen, Minderheiten eine größere Stimme zu geben, als sie alleine hätten. Weil jeder Mensch ein Recht darauf hat, mit Respekt behandelt zu werden - außer er verhält sich wie das letzte Arschloch. Und selbst dann, wie man hier sehen kann...

      Und weißt du, was ich besonders toll finde? Dass es eine Generation von Pädagogen gibt und weiterhin geben wird, die ihren Mund aufmacht und das an die Kinder weitergibt. Wie schade, dass das bei dir scheinbar nicht passiert ist.

      Löschen
    8. Liebe Nomadenseele,

      ich kenn dich als regelmäßiger Gast auf meinem Blog und ich muss dich wohl an deine eigenen Aussagen erinnern. Hier (Zerrissene Seiten: Kritisier mich!) hast du selbst das Verhalten kritisiert, was du jetzt plötzlich an den Tag liest. Über die Thematik selbst kann man diskutieren, ob und inwieweit solche Begrifflichkeiten in Büchern stehen bleiben sollten oder nicht, aber das hier ist keine sachliche Kritik mehr, sondern einen Angriff auf die Person. Zudem rassistisch und respektlos gegenüber den Personen und von einer Sichtweise, die man den Nazis zuordnen muss. Die Geschichtsstunde kann ich dir, denke ich, ersparen. Hitler und seine Grausamkeiten sollte jeder kennen und er bediente sich ähnlicher Rhetorik. Du sprichst hier vom Schaden durch die Veränderung. Solche Worte zu benutzen ist genauso schädlich und führt nur genauso wieder zu Problemen wie wir sie schon erleben mussten. Das ist sogar noch weitaus gefährlicher und zieht Leute an, die tatsächlich wieder Schaden anrichten. Und das ist weitaus schlimmer als den Begriff in Klassikern umzubenennen, um ihnen den Rassismus von einst zu nehmen.
      Du sprichst von Kultur. Kultur ist kein feststehendes Konstrukt. Ohne Veränderung der Kultur, würdest du als Frau heute noch nicht wählen können, nicht arbeiten dürfen, wo du willst und allgemein wären deine Entscheidungen stark eingeschränkt. Solche Veränderungen entstanden nur durch Stimmen, die sich laut gemacht und sich eingesetzt haben, gegen alle Kritik, die sie erfahren haben. Daher wird sie sich stetig ändern und so werden Worte auch neue Bewertungen zukommen und so ist eine Veränderung der Sprache nur notwendig.
      Die Hautfarbe der Personen, die ihre Meinung äußern, hier ins Zentrum zu stellen oder überhaupt die Herkunft der Person hat mit der Diskussion selbst nichts zu tun, ist verletzend gegenüber den Personen hier und vollkommen unangebracht. Das ist keine Kritik mehr an der Sichtweise, sondern tiefe Kritik an der Person und seiner Herkunft selbst. Und das ist grundsätzlich unsympathisch!

      Löschen
  4. Moment, das hast du so schon geschrieben. Tut mir leid, ich lese gerade am Handy, was das nachverfolgen von Beiträgen etwas schwierig macht. Ich stimme dir völlig zu.

    AntwortenLöschen
  5. Huhu!

    Ich fand deinen ersten Beitrag zum Thema schon enorm interessant, umso mehr freue ich mich darüber, dass Huntress ihre Sicht der Dinge beisteuert.

    Um so ein bisschen aufzugreifen, was in den Kommentaren angesprochen wurde: mir ist mehr als deutlich bewusst, dass die Wirklichkeit nicht immer schön ist – aber nur, weil es Diskriminierung und Hass gibt, muss ich das nicht hinnehmen, und das hat mit Keimfreiheit nichts zu tun, sondern mit sozialer Gerechtigkeit. Mit dem Argument "Die Welt ist nun mal nicht schön" sollte notwendiger Wandel niemals ausgebremst werden. Sonst hätten wir heute noch Sklaven und Frauen dürften weder wählen noch Auto fahren.

    Natürlich kann man argumentieren, dass Klassiker eben in der Zeit verwurzelt sind, in der sie geschrieben wurden, und das kann ich bis zu einem gewissen Grad auch nachvollziehen, aber ich bin dennoch dafür, dass in heutigen Klassiker-Ausgaben das Thema Rassismus, sofern rassistisches Gedankengut enthalten ist, zumindest nicht *unkommentiert* stehen gelassen wird.

    Ich bin zum Beispiel dafür, dass jeder, der sich mit der Geschichte Deutschlands beschäftigt, auch Zugang zu Hitlers "Mein Kampf" hat – aber ich halte eine wissenschaftlich kommentierte Ausgabe für notwendig.

    Ich habe deinen Beitrag HIER für meine Kreuzfahrt durchs Meer der Buchblogs verlinkt!

    LG,
    Mikka

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Liebe Mikka,
      tut mir leid, dass meine Antwort erst so spät kommt - ich habe es ganz vergessen und bin jetzt erst durch den neuen Kommentar wieder hier gelandet. Jedenfalls danke ich dir sehr für deinen (regelmäßigen) Zuspruch. Ich kann dir wieder mal nur in allem beipflichten - auch in Sachen "Mein Kampf"! Ein Verbot sorgt nicht für mehr Besonnenheit und Aufklärung, bewusster Umgang hingegen schon. Danke auch für die Verlinkung. :)
      Liebe Grüße!

      Löschen
  6. Ich kann auf den Kommentar von Nomadenseele nicht direkt antworten, deswegen so.
    CW/TW: Durch das Zitat wird Rassismus reproduziert. Später verwende ich eine antisemitische Beleidigung als Beispiel (sorry), und ich bringe „klassische“ Rassismen an.
    -----*-----*-----*-----*-----
    Zitat Nomadenseele: „Ich würde sogar noch weitergehen: Wer unsere Kultur nicht akzeptieren kann, und sogar darauf drängt diese zu verändern / zu verstümmeln, sei es Literatur oder der Zwarte Piet in den Niederlanden, der soll doch bitte unser Land verlassen.“

    Bezogen auf Sinead und Elif als deutsche PoC und auf mich als derartig weiße Kartoffel, dass meine Haut Menschen am Strand blendet, und dass wir das Land verlassen sollen: …wohin?. Und vor allem: warum? Warum sollten wir unsere Heimat verlassen, nur weil dir unsere Meinung nicht schmeckt? Weil wir Aspekte einer Kultur, UNSERER Kultur kritisieren, die wir menschenverachtend und überholt finden, und die wir abschaffen möchten? Weil wir eine Praxis im Literaturbetrieb anprangern, der Menschen, auch wenn sie in Deutschland eine Minderheit darstellen, massiv verletzt und klein macht, und das tlw. von Kindesbeinen an? Das ist eine sehr interessante Auffassung von Demokratie, vor allem wenn man Menschenrechte und Menschenwürde nicht nur als politische Kampfbegriffe versteht…

    Es geht einfach nicht in meinen Kopf, warum Weiße mit einer an eine Kiefersperre anmutenden Einstellung krampfhaft an rassistischen Begriffen und diskriminierender Sprache festhalten. Das N-Wort ist kein kulturelles Gut, es ist diskriminierend, rassistisch und beleidigend. Punkt. Keiner würde auf die Idee kommen, sich für das Wort „Judenschwein“ (sorry!) als eine normalgebräuchliche Beschreibung von Juden einzusetzen, aber beim N-Wort rasten Weiße in allen Schichten aus? Das N-Wort ist eine ebenso schwere Beleidigung, nur eben nicht für Juden, sondern für PoC. Ja, diese Beleidigung ist rassistisch. Ja, wenn du dieses Wort benutzt bist du ein Rassist. Gern geschehen.

    „Aber JS wird auch nirgends rausgenommen!“ – stimmt! Weil diese Bücher nicht mehr verlegt werden (Ausnahme: Geschichtsbücher, historische Romane die im NS- Europa spielen).
    Oh, kommt jetzt das Argument mit der „Tradition“ und „das haben wir schon IMMER gemacht, daran zu rütteln ist skandalös, ES GEHT HIER UM DIE DEUTSCHE KULTUR!!“? Jaja, am deutschen Wesen soll die Welt genesen…
    Blöd, dass Gesellschaft, Politik und Kultur keine starren Gebilde sind, die ewig gleich bleiben, hm? Dass ein maßgeblicher Charakterzug dieser Drei der Wandel ist. Dass die Einführung des Frauenwahlrechts, Opern für Kinder oder Autorinnen in der Literatur mit den gleichen „Argumenten“ begleitet wurden – und sie sich TROTZDEM geändert hat. Irgendwie doof, diese Kultur, auf die kann man sich ja gar nicht verlassen, so jahrhundertelang…

    Der Wunsch nach Veränderung in kulturellen Belangen, nach weniger Diskriminierung, danach, PoC in kulturellen Werken repräsentiert und wiedererkennbar zu sehen (und nicht nur als Drogendealer (Schwarze), Autodiebe (Polen), Putzfrauen (Türken) oder Sozialschmarotzer (alle, die nicht weiß und blond, dafür arbeitslos sind)), sie nicht permanenten Beleidigungen und Diskriminierungen durch Sprache ausgesetzt zu sehen, hat nicht, aber auch GAR NICHTS mit Kulturverstümmelung zu tun. Ganz im Gegenteil, solche Bestrebungen bringen eine Kultur allen Bereichen voran. Kultur entwickelt sich permanent (Hände hoch, wer von euch steht noch auf Kammermusik?!), und wenn ich arme weiße Kartoffel dann leider keine rassistischen Worte als normalgültige Beschreibungen von PoC lesen/benutzen kann, dann trete ich weinend in meine Zeitmaschine und reise zurück zur Jahrhundertwende, denn DA durfte man das ja noch…

    (Teil 1 von 2)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. (Teil 2 von 2)

      Menschenverachtung, Diskriminierung, Ausgrenzung, Rassismus, Sexismus, Islamophobie als zu erhaltende Normalzustände zu präsentieren und dies zu „kulturellen Gütern“ zu erheben, die zwingend beibehalten werden müssen, ist absolut rückwärtsgewandt. Das ist nicht mal mehr konservativ. In Anbetracht aktueller gesellschaftlicher und politischer Diskussionen scheint die Auffassung, man müsse verbissen daran festhalten, wieder präsenter zu werden. Aber gerade weil solche Diskriminierungen durch kulturelle Produkte wie Bücher, Zeitungen, Film und Fernsehen in die Köpfe gelangen und sich dort (un)bewusst festigen ist es wichtig, solche Missstände anzusprechen. Und zwar ohne dass man des Landes verwiesen wird (ich weiß immer noch nicht wohin?! Elif, du?), rassistisch angegriffen oder anders beleidigt wird.

      „Solche Artikel wie dieser wecken kein Verständnis bei mir…“ – Solche Kommentare wecken kein Verständnis in mir (sondern eher meinen inneren Bullterrier).

      Löschen
  7. @Nomadenseele
    Zitat: „Ich würde sogar noch weitergehen: Wer unsere Kultur nicht akzeptieren kann, und sogar darauf drängt diese zu verändern / zu verstümmeln, sei es Literatur oder der Zwarte Piet in den Niederlanden, der soll doch bitte unser Land verlassen.

    Solche Artikel wie dieser wecken kein Verständnis bei mir, sondern rufen zur Kulturoppukation auf. Solche Leute mag ich nicht, ob farbig oder nicht.“



    Es ist immer wieder schön zu sehen, mit welcher Angst Rechte & Nationalisten vor einer Veränderung des kulturellen Status quo erzittern. Doch leider begehst du, ebenso wie viele andere deines Schlags, den Fehler, Kultur als ein starres Konstrukt zu sehen. Du scheinst der falschen Annahme zu unterliegen, Kultur sei ein Gebäude, das uns alle, die wir diese Kultur teilen, beherbergt. Kultur ist aber kein Haus, Turm oder — wie es dir sicher eher gefällt — Reichspalast/Ruhmeshalle. Kultur ist Sammelbegriff, ein Fluss, der sich durch unsere Leben zieht und sich seine eigenen Wege bahnt. Ein Mensch besitzt nicht eine Kultur, wie er z.B. ein Auto hat. Menschen besitzen hunderte, wenn nicht gar tausende kulturelle EinFLÜSSE, die uns letztendlich zu einem bunten — in deinem Fall matschig-braunen — Haufen werden lässt. „Unsere Kultur“ als einender und eine Zugehörigkeit definierender Faktor existiert schlichtweg nicht, daher solltest du dich vor solchen Begriffen hüten, bevor sie dir um die Ohren fliegen.
    Wir werden tagtäglich auf menschlicher, materieller, emotionaler und auch geistiger Ebene von Erfahrungen und Begegnungen beeinflusst und genau das geben wir auch der Gesellschaft wieder zurück, wodurch nicht nur wir als Individuen ständig im Wandel sind, sondern erst Recht wir als Gesellschaft, als Kulturkreis. Der Sammelbegriff Kultur war, ist und wird immer daher immer in Bewegung sein, wie ein Fluss eben. Er verändert sich permanent und das liegt an jedem einzelnen von uns, der einen Teil dazu beiträgt, wie das Leben in unserer Gesellschaft funktioniert. Auch du bist Teil dieser Veränderung und Schuld am Wandel, alleine dadurch, dass du existierst und in der Gesellschaft interagierst. Wenn du also darauf bestehst, dass Menschen, die diesen Sammelbegriff beeinflussen und verändern, aus dem Land zu werfen, solltest du ebenfalls die Koffer packen.

    Oder — und das wäre die bevorzugte Variante — du wachst aus deinem nationalistischem Denken wie aus einem verschwitzten, verstörenden Fiebertraum auf, realisierst, dass weder du noch deine schäbig-gesinnten Kameraden zu bestimmen haben, wer in diesem Land lebt und wer nicht. Gleichermaßen solltest du weniger Zeit damit verschwenden, deinen rassistischen und menschenverachtenden Unrat abzuladen und lieber ein wenig Bildung deinem doch arg in der Bredouille befindlichem Hirn zuzumuten: Oppukation existiert in der deutschen Sprache nicht. Kulturoppukation erst Recht nicht. Wenn du schon versuchst, englische Begriffe („occupation“) einzudeutschen, um deinem Geschreibe eine pseudo-intellektuelle Note zu geben, schlag sie wenigstens vorher nach. „Besatzung“ ist das Wort, was du versucht hast, in einer intelligenteren Form auszudrücken, und kläglich gescheitert bist. Nicht dass es deinem Beitrag mehr Sinn, geschweige denn Wert gegeben hätte.

    AntwortenLöschen
  8. Ich kann dieses Herumgeheule der weißen Elite langsam echt nicht mehr lesen.

    Literatur wird seit Anbeginn der Zeit umgeschrieben, verändert, modernisiert, angepasst. Das ist nichts Neues. Prominentes Beispiel ist Goethes "Götz von Berlichingen". Klassiker gibt es in allen möglichen Ausgaben. "Schuld und Sühne" hieß in der ersten Übersetzung "Raskolnikow" und inzwischen in einer Neuübersetzung (Achtung! Veränderung!) "Verbrechen und Strafe".

    Wer sich also ausgerechnet und ausschließlich dann über Veränderungen in der Literatur aufregt, wenn rassistische, Menschen diskriminierende Sprache angepasst werden soll, der ist vor allem eines: Ein Rassist und ein Menschen verachtender Blödmann.

    Grüße
    Suse

    AntwortenLöschen
  9. Ein interessanter Artikel, danke dafür. Ich denke, wenn man Probleme hat, sich in in Menschen hineinzuversetzen, die Rassismus am 'receiving end' erdulden mussten, sollte man vielleicht erstmal klein anfangen. Ich habe eine Zeit lang Bücher erneut gelesen, die mich als Kind begeistert haben, besonders im Science-Fiction-Bereich. Hierbei kam ich um einige Klassiker aus den 50er und 60er Jahren nicht herum. Und natürlich konnte die erwachsene Frau von jetzt, die ich nunmal bin, damit nicht mehr soviel anfangen wie als Kind. Warum? Ganz einfach: weil es mir unverständlich ist, dass Autoren sich Raumfahrt und fremde Planeten vorstellen konnten aber keine Gleichstellung der Frau, was darin resultierte, dass Frauen in Büchern auf Äußerlichkeiten reduziert wurden und in manchen Fällen auch mit "Kosenamen" bedacht wurden, die es nicht nur erahnen ließen, welch niedrige Meinung die männliche Hauptfigur (und ergo auch der Autor) von ihnen hatte. Ich weiß nicht, ob man die Bücher verändern sollte, aber ich bin weiß und halte mich daher etwas damit zurück, Leuten vorschreiben zu wollen, dass sie doch bitte Dinge einfach akzeptieren und nicht beleidigt sein sollen. Allerdings vom Standpunkt einer Frau aus kann ich sagen, dass ich Bücher immer versuche unter dem gesellschaftlichen Aspekt von damals zu lesen, einfach weils mich weniger aufregt. Autoren von heute halte ich allerdings an einen anderen Standard gebunden, weswegen jeder Schreiberling, der heute noch meint, es sei angebracht, Rassismus und Sexismus und Geschlechterdiskriminierung in seinen Büchern einfließen zu lassen, bei mir grundsätzlich schon schlechte Karten hat.
    Fazit für mich: ich kann verstehen, wenn Klassiker angepasst werden. Ich kann den Standpunkt verstehen, der das fordert. Ich für mich kann dazu jedoch nicht viel sagen, weil ich nunmal eine weiße Frau bin und es anmaßend fände wenn ich für nicht-weiße Menschen sprechen würde.

    AntwortenLöschen
  10. Kultur und Tradition sind zum Glück schon immer wandelbar, Traditionen kommen und gehen, werden vom Menschen gemacht und auch wieder vergessen - und oft genug sind die Gründe dafür politisch. Warum also nicht auch aus dem, was man moralisch und politisch als richtig erkannt hat, auch hier Konsequenzen für Kultur und Tradition ziehen? Die ästhetische Qualität eines Werkes hängt nicht daran, ob das N-Wort darin vorkommt, man kann dieses problemlos ersetzen. Ich persönlich habe in diesem Land lieber kritische Leute, die an der Zukunft arbeiten und diese besser und gerechter machen wollen, als solche, die an der Vergangenheit klammern. Solche Leute können wegen mir auch gerne zurück ins 19. Jahrhundert, dem sie so hinterhertrauern.

    AntwortenLöschen
  11. @ Nomadenseele:
    Zitat: "Solche Leute mag ich nicht, ob farbig oder nicht."
    Du hälst es also wichtig darauf hinzuweisen, dass du dich selbst nicht als rassistisch siehst, aber vorher schreibst du zwei Deutsche sollen das Land verlassen. Hättest du diesen Satz geäußert, wenn die Beiträge, die du kritisierst von Menschen ohne Migrationshintergrund stammen? Wohl kaum. Und wo sollen Elif und Sinead eigentlich hin? Sie sind Deutsche und mir als Mitbürger_innen um einiges lieber als rassistische Menschen wie du.
    Zudem verwendest du das Wort "farbig", welches ebenfalls ein rassistischer Begriff ist.

    Du sprichst von einer deutschen Kultur, aber wie die anderen schon erwähnt haben verändert sich eine Kultur im Laufe der Zeit. Ich frage mich dennoch, was deiner Ansicht nach eine deutsche Kultur ist und was Deutschland ausmacht. Für mich gehören dazu Prinzipien wie Meinungsfreiheit und Toleranz, auf denen eine Demokratie beruht. Du willst alle fortschicken, die eine andere Meinung haben, das hat mit Meinungsfreiheit und Toleranz nichts zu tun. So etwas gibt es in Diktaturen

    @ Elif und Sinead: Vielen Dank für diesen sehr wichtigen und zum Nachdenken anregenden Beitrag. Ich hoffe ihr last euch von Kommentaren wie dem von Nomadenseele nicht einschüchtern und macht weiter so. Die Buchwelt und die Bloggerwelt braucht Stimmen wie die euren.

    Liebe Grüße
    Elisa

    AntwortenLöschen
  12. "Kultur", egal in welcher Form, im Nachhinein der politischen Korrektheit, noch dazu einer nicht gerade unumstrittenen, anzupassen ist einfach ein Unding. Geht ihr auch hin und übermalt ein altes Bild in einem Museum, schnitzt selbst an tausend Jahre alten Fruchtbarkeitsstatuen rum oder verändert vermeintliche rassistische oder sexistische Hölenmalereien? Bücher/Texte sind nichts anderes und als Kulturgut nicht weniger wert oder schützenswert. Heute oder in Zukunft anders zu handeln ist etwas vollkommen anderes, die Kulturgüter der Vergangenheit zu verändern.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Unglücklicher Vergleich, da sich ja niemand dafür ausspricht, in Erstausgaben von Büchern reinzukritzeln. Vervielfältigungen wie bei Büchern, die ohnehin dauernd geändert und neu aufgelegt werden, gibt es bei Gemälden einfach nicht. Du musst nicht unserer Meinung sein, aber es schadet nicht, auch andere Perspektiven einzunehmen. Vielleicht helfen dir die anderen Kommentare unter diesem und dem ursprünglichen Beitrag dabei.

      Löschen
    2. Bitte erkläre doch einmal genauer, was du mit "nicht gerade unumstrittener politischer Korrektheit" genau meinst. Die, in der man beschlossen hat, dass man keine abwertenden Begriffe mehr benutzt? Die, in der man Andersartigkeit als Vielfalt und nicht als Manko betrachtet, das man mit Respektlosigkeit abstrafen muss? Die, in der "weiß" nicht mehr die bestimmende Norm dafür ist, was man sagen darf und was andere aushalten müssen?

      Und wo genau liegt der kulturelle Wert in dem Wort "Neger" in Kinderbüchern? Wer wird das vermissen? Und aus welchem Grund? Es sind immer noch Kinderbücher und nicht Goethes Faust, auch wenn sie alt sind. Und ist es nicht mehr wert, unsere Kinder in einer positiven Sprachwelt aufwachsen zu lassen, die dann eine offenere und respektvollere Sprachkultur entwickeln können?

      Löschen
  13. An alle, die Nomadenseeles Beitrag mitkommentiert haben: Riesiges Dankeschön von Sinead und mir, das bedeutet uns wirklich viel. Rassismus darf nicht hingenommen werden und das habt ihr sehr deutlich gemacht - danke für euren Support, der uns zeigt, dass es auch genug Menschen gibt, denen Herkunft und Hautfarbe egal ist.

    Falls sich jemand wundert, warum ich die rassistischen Kommentare nicht gelöscht habe: Sie sollen als Exempel dienen. Rassismus ist kein Bildungsproblem - ich sehe bei Nomadenseele eine belesene Person - und auch keine Sache, die aus Versehen passiert. Hier ist ein Beweis, dass Sinead und ich uns nicht einbilden, dass Rassismus allgegenwärtig ist.

    AntwortenLöschen
  14. Der Vergleich ist durchaus passend. Worin besteht bei Literatur denn die "Kunst", die "Kultur"? Sicher nicht in Büchern oder Erstausgaben, sondern im Text selbst. Der Text ist das Werk. Und diesen zu verändern, egal in welcher Form oder aus welcher Intention heraus, ist eine Frechheit dem Verfasser/Schöpfer gegenüber. Da kann und darf auch nicht zwischen Faust und Pippi Langstrumpf unterschieden werden. Denn wer soll diese Grenze, was verändert werden darf, festlegen? Niemand hat das Recht Werke anderer zu verändern. Keine Skulpturen, keine Bilder und auch keine Texte. Wer kann außerdem schon abschließend beurteilen, ob die vermeintlich rassistischen oder sexistischen Formulierungen nicht ganz bewusst gewählt wurden um genau diese Empörung beim lesen zu erzeugen? Vielleicht ist es auch ein Stilmittel um eine größere Immersion in die betreffende Epoche zu erzeugen. Und selbst wenn dies alles nicht der Fall ist, so ändert das nichts daran, dass man keine Werke anderer verändert. Wenn ich mir einen Druck der Mona Lisa kaufe, dann möchte ich einen Druck der Mona Lisa und keine, nach irgendwelchen Kriterien abgeänderte angepasste Interpretation.

    "Nicht gerade unumstrittene politische Korrektheit" äußert sich in Vielen Dingen. Unterscheidungen wie PoC ist korrekt "farbig" aber rassistisch ist nichts weiter als das Uminterpretieren von Begriffen. Genau so etwas wird von der Allgemeinheit als absurd empfunden und gibt der eigentlich dahinterstehen Intention der Lächerlichkeit preis. "PoC" ist einfach nur die Übersetzung für "farbig", alles andere ist Beriffsumdeuterei. Oder wie übersetzt du "PoC" ins Deutsche? Das ist, als wenn ich mir den Begriff "Fotze" verbitte und meine, "Cunt" wäre korrekt... absurd eben.

    Es geht nicht darum, ob "Neger" einen kulturellen Wert in Kinderbüchern hat (den es in verschiedenen Szenarien durchaus haben kann), es geht darum existierende Werke nicht zu verändern. Ob man das heute noch so schreiben muss/sollte ist ein vollkommen anderer Punkt. Ebenso, ob du deinen Kindern dann ältere Werke, in welchen für dich nicht akzeptables Vokabular Verwendung findet, vorließt oder lesen lässt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Also bist du gegen jegliche Veränderung von Texten, wenn ich das richtig verstehe. Weißt du, wie oft Texte geändert werden und wurden? Ganz abgesehen davon, dass Übersetzungen immer Interpretationen sind. Ein solches Original, wie du es beschützen möchtest, gibt es in den seltensten Fällen, insbesondere in Bezug auf Klassiker. Etliche sind schon hier und da abgeändert, aber niemandem fällt es auf, weil dahinter keine diskriminierungsmindernde Intention steckt.

      Und trotz dessen: Ich habe Verständnis dafür, wenn man dagegen ist. Aber ich finde deinen Ton wirklich unangemessen, weil du nicht einmal versuchst, eine andere Perspektive einzunehmen. Das merkt man nicht zuletzt daran, dass du Begriffswünsche für absurd hältst. Natürlich bedeutet "of Colour" etwas ähnliches, allerdings tust du ganz so, als seien Begriffe ahistorische, völlig unabhängig vom Kontext und objektiv existierende Dinge. Sind sie nicht. "Farbig" ist durch Kolonialisierende rassistisch geprägt und ein fremdbestimmter Begriff für eine Personengruppe, der es nicht erlaubt war, für sich selbst zu sprechen. Jetzt erhalten ihre Stimmen langsam Aufmerksamkeit und sie sagen, dass ihnen einige Begriffe zuwider sind und die Empörung ist groß, man müsste sich ja 5 Minuten mit den Wünschen des Gegenüber beschäftigen. Und nein, mit "Cunt" oder "Fotze" kannst du das nicht vergleichen, wie gesagt, "farbig" hat einen lange währenden historischen, rassistischen Kontext. Ich finde es mehr als nur angebracht, dass Menschen selbst bestimmen, wie sie genannt werden wollen, wenn ihnen jahrhundertelang etwas aufgezwungen wurde.

      Ich frage mich wirklich, warum es für einige Weiße so schwierig ist, sich in die Lage von PoC, insbesondere Schwarzen PoC hineinzuversetzen. Es ist euch wichtiger, etwas zu erhalten, was in vielen Fällen keinen inhaltlichen, kulturellen oder sonstigen Wert hat, statt zu gewährleisten, dass Menschen, die ohnehin tagtäglich mit Rassismen konfrontiert werden, ebenfalls kulturell teilhaben können. Klar, können sie auch so, ist dann aber scheiße, wenn man seinem Schwarzen Kind eine ungeänderte Ausgabe von Pippi vorsetzt und es da schon oder ein paar Jahre später checkt, was da eigentlich drinsteht.

      Und dennoch, wie gesagt: Ich verstehe auch die Contra-Argumente. Und habe unter dem ursprünglichen Post sehr reflektierte und höflich verfasste Kommentare bekommen, die nicht mit mir/uns einer Meinung waren. Aber du scheinst dich hinter der Anonymität ganz wohl zu fühlen, denn dein Ton ist wirklich nur harsch, unhöflich und ignorant, tut mir leid.

      Löschen
  15. Wenn etwas schon immer wurde und wird ist es richtig? Das widerspricht doch genau deiner Intention. Die willst doch Dinge ändern, die "schon immer so gemacht wurden oder werden". Mit dem Argument widersprichst du dir selbst. Natürlich sind Übersetzungen immer auch ein Stück weit Interpretation. Aber genau das machen gute Übersetzungen ja aus.... nicht nur den Inhalt korrekt zu übertragen, sondern auch die kleinen sprachlichen Nuancen beizubehalten.

    Niemand fällt es auf, weil es nicht diskrimierungsmindernd ist? Es werden also deiner Meinung nach nur diskriminierungsmindernde Änderungen wahrgenommen und andere nicht? Das ist einfach nur absurd. Ich habe erst vor kurzem eine Film in der geschnittenen Fernsehfassung gesehen, welche das Ende und auch den gesamten Verlauf der Handlung, im Vergleich zur Originalversion kastriert und verstümmelt. Du kannst dir sicher sein, dass ich das ebenfalls inakzeptabel finde. Ein anderes Beispiel wäre eine Kita, welche den Text von "Fuchs, du hast die Gans gestohlen" ändern wollte, da er nicht mehr zeitgemäß sei. Ja dann singt es nicht, anstatt es zu verstümmeln.

    Ich nehme durchaus andere Perspektiven ein, ich gelange nur zu anderen Schüssen und Meinungen. Jedem der nicht die eigene Meinung teilt zu unterstellen, er hätte sich nur nicht genug bemüht finde ICH unangemessen.

    "Of Colour" bedeutet nicht "etwas ähnliches", es ist die wortwörtliche Übersetzung! Der historische Kontext ist dabei vollkommen irrelevant, da es "DIE" Personengruppe, von der du sprichst, gar nicht gibt. Das sind alles Individuen, von denen jedes Individuum andere Begriffe als störend oder nicht störend empfindet. Du kategorisierst, obwohl du genau das doch anderen vorwirfst. "Vielfalt" gibt es durchaus auch bei persönlichen Befindlichkeiten.

    Wer ist "weiß", wer ist "euch"? Stecke mich doch bitte nicht in irgendwelche Schubladen bitte. Du weißt nichts von mir oder über meine Erfahrungen mit Rassismus.

    Ja, ich fühle mich hinter meiner Anonymität sehr wohl. So fällt es dir schwerer mich in deine Schubladen zu zwängen und bist eventuell eher dazu bereit dich mit Argumenten auseinanderzusetzen. Du kennst weder meine Herkunft, Hautfarbe oder Geschlecht und trotzdem mutmaßt du anstatt sachlich inhaltlich zu bleiben. Wo ist mein Ton unhöflich? Über eine Textpassage würde ich mich freuen. Jeden der deine Meinung nicht teilt Ignoranz vorzuwerfen entspricht hingegen für mich keiner adäquaten Diskussionskultur.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ich bleibe dabei, dass wenn ein veraltetes Wort für, keine Ahnung, "Baum" mit "Baum" ersetzt würde, nicht alle Plattformen voll mit "Kulturverstümmelung!!111" wären, wie es bei Pippi und dem N-König der Fall gewesen ist. Du kannst beide Änderungen gerne kritisieren, ich kritisiere die Doppelmoral bei der gesamtgesellschaftlichen Bewertung.

      Es tut mir leid, wenn ich dir damit jetzt etwas Falsches unterstelle, aber wärst du eine Person of Colour, die sich auch nur ein wenig mir rassistischen Strukturen auseinandergesetzt hat, würdest du meiner Meinung nach nicht darauf bestehen, dass "coloured"/"farbig" und "of Colour" gleichwertig wären. Natürlich dürfen die Individuen der Gruppe(n) eigene Präferenzen haben, aber ich stütze mich da nicht auf irgendwelches Hörensagen, sondern betroffene Aktivist*innen, Forschungsliteratur usw. - ich behaupte nicht einfach Dinge, von denen ich keine Ahnung habe. Aber um das zu durchblicken, ist es ratsam, sich in Strukturen und Mechanismen, die mit Rassismus einhergehen, einzulesen und (post)koloniale Theorien zu betrachten. Da findet man dann auch die Antwort darauf, was Weißsein ist, solltest du dir darunter wirklich kein Bild machen können (Stichwort: Critical Whiteness).

      Deine Anonymität ist mir prinzipiell egal, ich schätze nur, dass du von Angesicht zu Angesicht einen anderen Ton anschlagen würdest (so wie ich auch). Dass du selbst nicht erkennst, wie er wirkt, bestätigt meinen Eindruck nur. Vielleicht habe ich mit "unhöflich" falsch interpretiert, aber der Ton ist mindestens harsch und bestimmend und das ist in einer Diskussion so gar nicht produktiv. Und entschuldige, dass ich jemanden ignorant nenne, der das N-Wort in irrelevanten Kontexten auf Teufel komm raus in Schutz nimmt - my bad.

      Löschen
    2. Ach, und da du dir eine Textpassage gewünscht hast. Hier zum Beispiel:

      ""Nicht gerade unumstrittene politische Korrektheit" äußert sich in Vielen Dingen. Unterscheidungen wie PoC ist korrekt "farbig" aber rassistisch ist nichts weiter als das Uminterpretieren von Begriffen. Genau so etwas wird von der Allgemeinheit als absurd empfunden und gibt der eigentlich dahinterstehen Intention der Lächerlichkeit preis. "PoC" ist einfach nur die Übersetzung für "farbig", alles andere ist Beriffsumdeuterei. Oder wie übersetzt du "PoC" ins Deutsche? Das ist, als wenn ich mir den Begriff "Fotze" verbitte und meine, "Cunt" wäre korrekt... absurd eben."

      Du ignorierst hier völlig die Wünsche und Lebenswelten von PoC und nennst es absurd, wenn sie fordern, nicht mit einem rassistischen Wort genannt zu werden. Ob ignorant oder unhöflich, das auszusuchen überlasse ich dir.

      Löschen
  16. Es ist kein veraltetes Wort, es ist ein Wort was dir missfällt. Ob berechtigt oder unberechtigt ist dabei erstmal vollkommen unerheblich. Ein besserer Vergleich wäre es, wenn dir plötzlich "Baum" baumfeindlich erscheinen würde und du es gern überall durch "hochgewachsene Blattpflanze mit mittigem Holzanteil nennen wollen würdest.

    Ich gebe dir Recht, eine Diskussion ist mit dir offenbar bei abweichender Meinung nicht möglich (wie ich bereits vermutet habe). Dein ganzer zweiter Absatz sagt im Prinzip wieder zusammengefasst nicht anderes als "Wer nicht meiner Meinung ist, hat keine Ahnung, ist uninformiert und/oder ein Rassist." gepaart mit dem typischen Autoritätsargument.

    Nein, mein Ton wäre der gleiche. Und ja, er ist und wäre es auch dann, "bestimmend". Das ist so, wenn man eine eigene Meinung hat und diese auch vertritt. Das ist auch gar nicht schlimm. Du bist wahrscheinlich nur gewohnt, Vorsicht, jetzt pauschalisiere und kategorisiere ICH mal, mit Menschen zu diskutieren die deine Meinung grundsätzlich teilen und eventuell nur in Nuancen abweichen, welche dann besprochen werden. DU hast doch eine Meinung. Und das ist super so. Hau sie mir um die Ohren, ich halte das aus. Aber bitte sachlich und argumentativ. Nicht "Aktivistin xyz hat gesagt" oder "Forschungen belegen/sagen..." Sag mir DEINE Meinung, bringe DEINE Argumente vor, ruhig auch bestimmt, harsch und überzeugt... oder eben auch nicht.

    Und wieder leider falsch. Ich nehme gar kein Wort in Schutz. Wenn die Frage wäre, ob das Wort in heutiger Literatur einfach als selbstverständliche Bezeichnung verwendet werden sollte, würde ich das genauso vehement ablehnen wie du. Mit Ausnahme natürlich, es würde bewusst aus unterschiedlich möglichen Gründen eingesetzt.

    Nein, ich nenne den Wunsch nicht absurd, ich nenne die Unterscheidung zwischen PoC und farbig absurd. Ich lasse jetzt mal außer Acht, dass du schon wieder von eine Personengruppe als Einheit sprichst, welche mit einer Stimme Vorderungen formuliert oder formulieren kann.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du, das ist schon alles "MEINE" Meinung, nur bilde ich mir die Meinung, die über Themen habe, die PoCs betreffen, indem ich mir Meinungen von PoCs anhöre. Man kann es Menschen nicht Recht machen, belegt man nicht mit Quellen, ist man zu emotional und unrational, tut man es, ist es auch nicht gut.

      Es stimmt, dass ich mich größtenteils mit Menschen umgebe, die von meinen Ansichten nicht stark abweichen, ich würde aber auch so weit gehen, zu behaupten, dass das bei dir genauso ist.

      Wir kommen hier auf keinen Nenner. Du willst nicht von deiner Meinung weg, ich nicht von meiner. Ich würde sagen, wir beenden das hier. Du kannst das gerne als Argumentationsschwäche auffassen, aber solange wir nicht mit der gleichen Basis diskutieren, bringt es nichts, und die haben wir nicht.

      Löschen
  17. Natürlich fließt gelesenes in die eigene Meinung und Argumentationsstrategie mit ein, das tut es auch bei mir. Normalerweise formuliert destilliert man da trotzdem seine eigenen Gedanken und Argumente heraus. Leider war das einzige, für mich erkennbare, eigene Argument die "Erstausgabe".

    Nein, dass tue ich nicht. Ich mag den Austausch von Argumenten und stehe auf Diskurs, erst recht und gerade bei gänzlich abweichenden Meinungen. Das hält einerseits den eigenen Geist wach, schult argumentativ und nicht zuletzt bewahrt es einen, nicht ständig nur im eigenen Saft zu schmoren. Aber das ist nur meine ganz persönliche Einstellung.

    Und schon wieder dieses "wer nicht meine Meinung teilt ist nur nicht informiert genug." So fasse ich dein "wir haben nicht die gleiche Basis" auf. Sollte ich mich da täuschen, tut es mir leid.

    Zu meiner "Basis", auch wenn das gar nichts zur Sache tut und letztendlich auch nur ein dämliches Autoritätsargument ist... ich bin fast doppelt so alt wie du, habe drei bzw. vier verschiedene Universitäten besucht, an denen ich 2 gänzlich unterschiedliche Fachrichtungen studiert habe. Und ich kann mich in dieses Anfang/Mitte 20 Studentending noch gut hineinversetzen. Glaube mir oder nicht, aber das geht vorbei. Bei den meisten jedenfalls. Ich wünsche es dir.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Was hast du denn studierst bzw was sind deine Gebiete, wenn ich fragen darf? Es mag an meiner jugendlichen Naivität liegen, aber viel studiert zu haben schützt vor bestimmten festgefahrenen Denkmustern auch nicht. Die ich dir nicht unterstelle. Aber du könntest das, was du bei mir vermutest, auch auf dich gemünzt betrachten.

      Ich weiß nicht, ob mein Idealismus nachlässt, aber im Moment ist es für mich die einzig annehmbare Einstellung. Da magst du mehr und andere Erfahrungen haben, aber dadurch sind die nicht unbedingt valider.

      Löschen
  18. Ein Studium oder Abschluss sagt gar nichts aus. Das war ja mein eigentlicher Punkt. Deshalb mag ich ja diese "wer informiert genug ist, kommt zu ähnlichen Schlüssen" Argumentation oder Autoritätsargumente nicht. Ich habe schon so viele unglaublich dumme Doktoren und genauso intelligente informierte Menschen mit Hauptschulabschluss erlebt... Titel und Abschlüsse bedeuten nichts.

    Zu deiner Frage, auch wenn ich Sorge habe, dass die Antwort dazu führt weiter kategorisiert zu werden. Ein geisteswissenschaftliches Studium und ein Ingenieurstudium in technischer Richtung.

    Natürlich kann ich meine Vermutungen auch auf mich selbst betrachtet sehen. Durch verschiedene Anlässe tue ich das auch manchmal durchaus. Dann frage ich einfach nach, bei Menschen, welchen ich eine ungeschälte Antwort zutraue und bei anderen. Deshalb ist es ja gerade wichtig nicht nur selbstreferentiell die eigene feststehende Meinung zu rezitieren. Auch das ist ein festgefahrenes Denkmuster.

    Ich kann dich beim Idealismus gut nachvollziehen. Und gegen Leidenschaft dabei ist auch nichts zu sagen. Allerdings macht das nicht automatisch aus jedem mit anderer Überzeugung oder Einstellung eine Feind, den es mit Umdeutungen zu vernichten, oder auszublenden gilt. Man kann in der Sache diskutieren, ja sogar streiten, selbst die ein oder andere Beleidigung ist kein Verbrechen, und am Ende haben vielleicht sogar trotzdem ihre Meinung behalten und trotzdem beide etwas gelernt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da stimme ich dir absolut zu - ein Studium hat nichts zu sagen. Ich wollte mit den Referenzen auch nicht bewirken, es sei so, ich konnte nur nicht einschätzen, ob du der Sorte Mensch angehörst, die etwas eher für voll nehmen, wenn es wissenschaftlich fundiert ist. Tust du nicht, das ist wunderbar.

      Im Moment kann ich mir aber auch nicht vorstellen, von meinen Ansichten wegzukommen. Dafür ist es mir zu wichtig, ja, eigentlich am wichtigsten, die Stimmen marginalisierter Menschen einzubeziehen. Seien sie akademisch oder nicht.

      Löschen
  19. Da kann ich dir in allem ebenfalls nur zustimmen. Du sollst davon auch gar nicht wegkommen. Nur vielleicht über ein wenig weniger Ideologie und Dogmatismus nachdenken. Meiner Meinung nach erreichst du dann viel eher was du möchtest.

    Kleinkriege über Begriffsdefinitionen, Schreibweisen (ich kenne niemanden, der Texte mit _innen, _Innen *innen usw. nicht unfassbar anstrengend zu lesen findet) oder darüber, ob auf dem Radwegschild nun ein Herrenrad abgebildet ist, finden die meisten Menschen lächerlich, auch ich gehöre zu denen. Ist es denn wirklich DAS worum es dir geht, oder möchtest du nicht viel lieber das Fundament dessen, den Rassismus und Sexismus als solches bekämpfen?

    Unternimm etwas gegen die Krankheit und bekämpfe nicht die Symptome. Natürlich formen Worte und Bilder unser Denken und unsere Realität, aber sie sind nicht das Problem. Rassismus und Sexismus als solches sind es.

    Und zu wissenschaftlichen Referenzen... wenn ich lange genug Google bemühe, finde ich auch wissenschaftliche Belege dafür, dass der Mond aus Käse ist. Das ist nicht der Punkt. Dennoch muss man auch wissenschaftliche Realitäten anerkennen können. Nur echte harte Fakten sind bei diesem Thema hier eben nicht wirklich möglich. Das die Erde keine Scheibe ist, ist ein Fakt. Das sich die Erde um die Sonne dreht ist ein Fakt. Ich könnte jetzt noch einen weiteren Fakt nennen, der bei dir höchstwahrscheinlich Widerspruch hervorrufen würde, aber dann würden wir das eigentliche Thema hier verlassen.

    So wünsche ich also nur noch eine geruhsame Nacht.

    AntwortenLöschen
  20. Um es nochmal deutlich zu machen... diese Begriffsumdeuterei bringt gar nichts. Heute empfindest du, oder von mir aus auch die betroffene Gruppe "farbig" als rassistisch und "PoC" an korrekt, okay. Weißt du, was Rassisten dann mittelfristig tun? Sie finden einen Weg, "PoC" umzudeuten bis es ebenfalls rassistisch konnotiert ist und das Spiel geht von vorne los. Das Spiel funktioniert übrigens in beide Richtungen. Vorsicht "Nazikeule". Es gab auch eine Zeit, in welcher "du Nazi" absolut keine Beleidigung oder Vorwurf war.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Da werden wir uns wieder weniger einig, da ich denke, dass Krankheit und Symptom Hand in Hand gehen. Sexismus/ Rassismus idt nur das, was zB bei der AfD im Parteiprogramm steht, sondern fängt nun mal viel früher an und umgibt uns überall. Entgendern von Begriffen, Umbenennungen usw mag man für Unsinn halten, ich glaube auch keinesfalls, dass das die einzige "Front" sein sollte, an der wir für weniger Diskriminierung kämpfen, natürlich gibt es auch Schlimmeres, aber mit Mikroaggressionen und Kleinigkeiten fängt es an und die kann ich nicht bagatellisieren, dafür formen auch sie viel zu stark unser Denken.
      Selbstverständlich werden Begriffe auch immer wieder neu besetzt, trotzdem nimmt ja auch niemand die Verwendung von "behindert" als Beleidigung in Schutz. Dann brauchen wir gar nicht erst irgendwo anfangen, Begriffsvermeidungswünsche zu äußern. Und selbst wenn PoC irgendwann negativ konnotiert sein sollte, wird das keine kolonialhistorische Vergangenheit gehabt haben.

      Löschen
  21. Da sind wir uns dann wieder ganz und gar nicht einig. In meinen Augen erfindest du ein bzw. mehrere Probleme, damit dein Aktivismusdrang ein Ziel hat. "es umgibt uns überall" hört sich arg nach Verfolgungswahn an. Du witterst hinter allem vermeintliche Ungerechtigkeiten. Denke dir mal eine Welt zu Ende, in der all deine "überall" existierenden Ungerechtigkeiten nicht mehr existieren. In dieser Welt würde ICH, und ich könnte mir vorstellen auch du, nicht leben wollen. Diese Welt wäre eine gleichgeschaltete emotionslose graue Masse, jeder Identität beraubt. Warum müssen wir Begriffe Entgendern? Nicht Worte formen unser Denken, sondern unser Denken gibt Worten Bedeutung. Andernfalls würden/könnten Begriffe gar nicht ihre Bedeutung ändern. Nenn mich Fotze, Hurensohn, Dachpappe, Weißbrot, Schwuchtel, Hete... was du willst. Nichts davon beleidigt mich. Ganz einfach, weil ICH für mich selbst entscheide, ob ich diesen Wörtern Bedeutung beimesse oder nicht. Stelle mein Integrität auf einem mir wichtigen Gebiet in Frage, als Beispiel... DAS kann mich eventuell beleidigen. Ein Wort ist dazu nicht in der Lage. Aber wenn ich schon ideologische Kampfbegriffe wie "Mikroaggressionen" lesen muss, rede ich da wahrscheinlich gegen eine Wand.

    Beleidigungen sollen beleidigen. Deshalb sind es Beleidigungen. Findest du es nicht selbst etwas absurd zu verlangen, man solle gefälligst politisch korrekt beleidigen? Lass mich raten, du findest selbst für z.B. einen Menschen im Rollstuhl "behindert" eine beleidigende Bezeichnung, oder?

    Warum ist dir deine Kolonialhistorie ständig so wichtig? Denkst du wirklich, einem Menschen, der sich durch irgendeine Formulierung beleidigt fühlt ist es wichtig woher die Formulierung kommt? "Oh, ich fühle nicht total beleidigt, aber wenigstens basiert die Beleidigung nicht auf dem Kolonialismus." Ernsthaft??

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Du missachtest vollkommen die Existenz von Strukturen, (Macht-)Mechanismen und Hierarchien. Das ist kein Verfolgungswahn und keine Einbildung, das ist Fakt. Und genau aufgrund dieser Strukturen ist es zwar scheiße, aber nicht in dem Sinne benachteiligend, zu einer Person "Hete", "Weißbrot" o.ä. zu sagen, weil Weiß- und Heterosein in den meisten Situationen mit Privilegien einhergeht und weiße und heterosexuelle Menschen gar nicht marginalisiert sind / werden. "Mikroaggressionen" ist by the way ein komplett gebräuchlicher Begriff des Diskurses um Rassismus.

      Zu deinem Ratespiel: Menschen, die einen Rollstuhl benutzen, können super gut für sich selbst sprechen und wenn sie mit "behindert" einverstanden sind, bin ich das auch, wenn nicht, meide ich den Begriff. So einfach ist das.

      Tu mir bitte einen Gefallen. Es ist, zugegeben, vielleicht etwas zu viel verlangt. Aber wenn du tatsächlich offen für andere Perspektiven und Austausch und Diskussionen bist, dann widme dich der Lektüre von "Deutschland Schwarz-Weiß" von Noah Sow. Das ist kein wissenschaftliches Buch. Und es ist auch kein Buch, dem ich die 100% zusagen würde. Aber es gewährt Perspektiven auf diese Thematik, die einzunehmen sich lohnt. Danach können wir gerne weiterdiskutieren. Ansonsten würde ich das gerne beenden, da wir ohne gemeinsame Grundlage nur Ping Pong spielen und nicht weiterkommen.

      Löschen
  22. Welche Strukturen? Beschreibe sie, zeig sie mir. Es gibt sie nicht. Sie sind Teil deiner Konstruktion... vergleichbar mit Verschwörungstheoretikern, die eine geheime Weltregierung mit Masterplan postulieren. Da ist kein "Fakt", nur Einbildung. Es gibt kein jährliches Treffen der heterosexuellen Weißen bei welchem die neue Unterdrückungsstrategie beschlossen wird.

    Rassismus und Sexismus ist eine Einbahnstraße? Du deutest schon wieder Begriffe nach Belieben um. Rassismus und Sexismus sind die Benachteiligung auf Grund von Hautfarbe und/oder Geschlecht.. vereinfacht gesagt. Aber du definierst da wieder wild um, um dir ein klares Feindbild zu schaffen. BTW. was genau sind Privilegien durch heterosexuell oder weiß sein? Worin bestehen sie? Dürfen die ganz vorne im Bus sitzen, oder was ist es? Du hast einfach Feindbilder und Argumentationsstrategien nach den amerikanischen Vorbildern deiner Ideologie übernommen, die hier gar nicht greifen.

    Nein, "Mikroaggressionen" ist ein gebräuchlicher Begriff in dem dogmatisch indoktrinieren Umfeld in dem du dich bewegst. Du machst einfach den weit verbreiteten Fehler und nimmst an, deine isolierte Welt ist die Welt. Ähnlich eines Polizeibeamten, für den alle Straftäter sind.

    Da ist wieder diese Übersensibilität. Menschen werden IMMER kategorisieren, auch negativ. Und immer ihr eigenes Vokabular pflegen, dass dann vielleicht auch nicht jedem passt. So wie auch du das hier sehr häufig getan hast bzw. tust. Es gibt Menschen, die fühlen sich bereits durch das Ampelmännchen diskriminiert. So etwas wird es immer geben! Eine Welt, wie du sie dir wünscht, gibt es nicht. Und das ist sehr gut so.

    Wieder das "wenn du meine Argumentation nicht teilst, bist du nur nicht informiert genug" Argument? Ich dachte, darüber sind wir bereits hinaus. Es mag dich überraschen, aber ich kenne das Buch. Es hat mit wortwörtlich Körperliche Schmerzen bereitet. Das selbe Gefühl, als würde ich "Mein Kampf" lesen, eben nur in anders.

    Es tut mir leid das so formulieren zu müssen, und ich kenne auch nicht die Gründe und Umstände, welche dazu geführt haben, aber in meinen Augen bist du in einer ganz furchtbar dogmatisch einengenden Sekte gefangen, die deine Sicht auf die Welt unfassbar prägt und einschränkt. Und das tut mir sehr leid, auch wenn du deinen Käfig selbst nicht siehst.

    Trotzdem möchte ich dir auch noch ein Kompliment machen. Nach anfänglich typischen Verhaltensweisen, wie stigmatisieren anderer Meinungen etc. hast du dich wenigstens halbwegs auf eine normale Diskussion eingelassen und nicht alles ausgeblendet was dir missfällt, wie ein Kind, dass sich die Augen zuhält und glaub, wenn es das nicht mehr sieht, gibt es das auch nicht mehr. Natürlich ist das hier nur Ping Pong. Ich habe mich auch keiner anderen Illusion hingegeben. Du schon, wie ich befürchte, ich weiß.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Puuuh... Sorry, aber nee. Ich wünsch dir alles Gute, aber ich bin durch.

      Löschen
  23. Diesen wunderbaren Beitrag habe ich bereits gelesen, nachdem aber einige Kommentare nicht mal mehr grenzwertig sondern ganz deutlich rassistisch sind kann man kaum noch seinen Mund halten!

    Es freut mich so sehr das auch so viele unterstützende und wirklich wunderbar formulierte Kommentare hier zu finden sind <3 Deshalb will ich auch gar nicht zu ausufernd werden, ich als deutsche schäme mich nur einfach in Grund & Boden wenn ich Äußerungen wie "Ich würde sogar noch weitergehen: Wer unsere Kultur nicht akzeptieren kann, und sogar darauf drängt diese zu verändern / zu verstümmeln [...]" (Kommentar weiter oben von Nomadenseele) lese. Unsere Kultur? Wessen? Die der Rassisten? Denn ich bin deutsche kann in KEINSTEM nachvollziehen! Bücher - Klassiker müssen überarbeitet werden! Bücher sind ein Medium, ein Sprachrohr und eben dieses beeinflusst auf lange Sicht unser Denken. Bin ich eine reflektierte Leserin kritisiere ich eben genau das in meinen Besprechungen bei solchen Büchern. Oder nehme ich das geschriebene Wort hin - trage es weiter, nehme es in meinen Wortschatz auf? Dann ist es der erste (ob bewusst oder unbewusste) Schritt in die falsche Richtung.
    Wie gesagt sind hier bereits wundervoll verfasste Reaktionen und ich kann mich nur schwer sachlich ausdrücken - fühlt ihr zwei euch einfach ebenfalls von nmir unterstützt und gestärkt <3

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen lieben Dank, Janna! <3 Zumal Sinead ja auch zur Hälfte Deutsche ist, also hinkt dieses "unsere Kultur"/"unser Land" noch gewaltiger. 🙄

      Löschen
    2. Huhu Elif - und selbst wenn Sinead keine deutschen Wurzel hätte, sie (du - ich - wir - alle) haben das Recht Gedanken und Meinungen dazu zu äußern! Wie gesagt, Rassismus ist bis heute aktuelle und doch bin ich immer wieder geschockt über solche Aussagen! Geschockt wie schnell bspw. die AFD Stimmen erhält, geschockt darüber das wir bis zur heutigen Zeit nicht wundervoll bunt und "MultiKulti" sein können ... Mir fehlen fast schon die richtigen Worte und hoffe das solche Kommis weiterhin solch feinste Gegen-Kommentare wie von Euch, Mareike, Suse & weitere erhalten <3

      Löschen
  24. Wieso die Bücher nur ändern? Wer als Autor solche Begriffe verwendet, der hat doch dadurch bereits bewiesen, dass er aktiv zum Rassismus in der Welt beitragen will und somit jedes Recht auf Öffentlichkeit und Veröffentlichung verwirkt. Nicht abändern, gleich verbrennen! Man könnte sie sammeln und auf Marktplätzen zu Hunderten anzünden. So kann man doch ein gutes Zeichen setzen, dass derartiges nicht mehr toleriert wird. Mit sowas haben wir hier in Deutschland doch Erfahrung.

    Oh man.... und IHR kämpft gegen Rassismus und Sexismus! Gute Nacht. ��

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Man könnte sich allerdings auch produktiv mit Kritikpunkten und Lösungsvorschlägen beschäftigen und nicht gleich in Abwehrhaltung gehen. :) Schönes Wochenende!

      Löschen
  25. Du willst es produktiv und lösungsorientiert? Ganz einfach, Autoren entscheiden was sie wie schreiben wollen und Leser entscheiden was sie lesen wollen und was nicht. Problem gelöst. Leider ist dadurch dann der Kreuzzug abgeblasen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Ach, lass uns doch einfach unseren Spaß, den wir beim "Kreuzzug" sicher haben und spar dir die Zeit, mh? :) Deine Zeit sollte dir zu kostbar sein, als sie verkrampft irgendwo zu verbringen, wo du weißt, dass du mit deiner Pseudo-Liberalität nicht weiterkommst.

      Löschen
  26. HI
    ich habe dank der lieben Mikka hierher gefunden und deinen Beitrag überflogen, und finde es sehr wichtig was du ansprichst. Ich finde es jedoch unrichtig, wie manche Kommentare hier so rechts gerichtet sind.
    Ich kann nur so viel sagen, wir sind, wenn wir in ein fremdes Land reisen, immer Ausländer. Aus einem anderen Land! Ich wünsche mir, eine Welt, wo jeder seine Meinung sagen darf, aber 1) Freundlich 2) fair 3) Das Grundgesetz beachtend, und 4) einfach mal sein Hirn einschaltet bevor man spricht/tippt.
    Ich werde deinen Beitrag in meinem nächsten Gänseblümchen zeigen, weil ich es mag, auch Blogbeiträge vorzustellen die nicht mit dem Mainstream schwimmen.
    Wenn ich ganz ehrlich bin, ich denke gar nicht so oft darüber nach, ob das was da im Buch steht, auch richtig ist, ich hab meine Themen wo ich in die Luft gehe, aber nicht mehr oder weniger.

    Ich wünsch dir, dass dir die Kommentare die dich treffen sollen, nicht treffen, sondern das die Kommentare die "normal" sind, dir mehr geben.

    Es grüßt dich von Herzen
    Nicole

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank für die lieben Worte und die Unterstützung, Nicole. Kann dir da nur beipflichten, wobei ich mich oder Sinead nicht mal als Ausländer sehen würde, sie ist halb Deutsche und ich hab nie woanders gelebt. Wenn die Argumente nicht mehr reichen, muss Biologismus herhalten, wie man sieht. Danke nochmal und schönes Wochenende. ❤

      Löschen
  27. ������ Den Rat könnte ich doch ebensogut an dich zurückgeben, oder? Aber du kämpfst natürlich den Kampf der Unterdrückten, während ich nur rumtrolle. Überprüfe doch bitte mal deine Wahrnehmung, aber was rede ich? Offenbar ist das nicht im Bereich des möglichen. Sonst hätte sich diese ganze erübrigt. Ich bin so entspannt, wie du es mit deiner Ideologie kaum für möglich halten kannst. Von "verkrampft" keine Spur. DU unterteilst Menschen nach Hautfarbe und sexueller Orientierung und Geschlecht und billigst ihnen auf dieser Grundlage unterschiedliche Rechte zu. "Es gibt keinen Rassismus gegen Weiße." Und "Gegenüber Männern kann man nicht sexistisch sein.", ist Rassismus und Sexismus in Reinkultur. Viel Spaß als Lehrerin. Die Eltern werden in deinen Augen zu 99% Rassisten und Sexisten sein. Dass das Problem allerdings bei dir und deiner dogmatischen Ideologie und nicht bei den Eltern liegt, wird dir gar nicht in den Sinn kommen. Vielmehr wirst du es als Bestätigung sehen. Du hast sicher noch ein tolles Leben beim Kampf gegen Windmühlen.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Die Ironie, dass du dir bewusst einen Blog und einen Blogpost suchst, um dein Mitteilungsbedürfnis loszuwerden, siehst du aber schon, oder? Ich bin nicht die, die das Internet nach Beiträgen durchsucht, die meinen zuwider sind und dort kommentiert. :D
      Eigentlich möchte ich dich gar nicht ernst nehmen, aber so viel: nur, weil ein Mensch Sexismen und Rassismen produziert - und das tun wir alle, du genauso wie ich - schreibe ich ihn nicht gleich ab. Ich glaube an unser Potenzial als Gemeinschaft. Aber dafür müsstest du marginalisierte Stimmen und deine eigene Position in der Gesellschaft bewusst wahrnehmen. Kämpf du deinen Kampf und lass mir meinen. Schönes Wochenende noch. :)

      Löschen
  28. Woher weißt du wie ich hier gelandet bin und ob ich irgendetwas bewusst gesucht habe oder nicht? Wie so oft, kommt nicht viel mehr als Annahmen und Kategorisierungen. Wer durchsucht hier Literatur nach Begrifflichkeiten die ihr zuwider sind um seinen vermeintlichen Kampf der Gerechten zu führen? Ist denn ein wenig Selbstreflexion so unvorstellbar?

    Da haben wir es wieder... "der Feind ist überall." Du brauchst das wirklich als Annahme, oder? MIR ist Hautfarbe etc. vollkommen egal, dir nicht. Wer von uns ist jetzt der Rassist oder Heuchler? ICH unterscheide nicht zwischen "du weißer Abschaum!" und "du schwarzer Abschaum!", du schon. Für mich sind beide Aussagen rassistischer Dreck. Wer ist also rassistisch, du oder ich?

    Für mich ist das hier nur ein Spaß, als wenn ich mit jemandem diskutiere, der mir den Leuchtturm andrehen will oder dergleichen. Dogmatisch ideologisch bis ins Mark. Da ist mir von vornherein klar, dass jedes Argument bedeutungslos ist. Und trotzdem diskutiere ich mit denen.

    Letztendlich schreibe ich hier zu dir, aus der gleichen Intention wie du das vermeintlich tust... um Rassismus und Sexismus entgegenzutreten. Nur bist für mich du rassistisch und sexistisch, da du, und das ist die Definition davon, Menschen nach Hautfarbe, Geschlecht, sexuelle Orientierung kategorisierst und ihnen auf dieser Grundlage unterschiedliche Rechte zubilligst.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Uhh, gegen Rassismus eintreten und dabei Betroffene übergehen - haste von Kolonialisierenden gelernt? Sweet. Ciao. :D

      Löschen
  29. Betroffene sind mehr, als der unglaublich privilegierte am lautesten jammernde Teil, der mit dir so kommuniziert. Wer sich darüber Gedanken machen kann, ob er lieber PoC oder farbig genannt werden will, gehört zu den privilegiertesten Menschen dieses Planeten.

    Ich hab gar nichts von Kolonialisierern gelernt, denn, es mag dich überraschen, das fand vor meiner Lebensspanne statt. Aber das ist nunmal dein Fetisch.... also immer brav weiter Kampfbegriffe pflegen.

    AntwortenLöschen
  30. Ich weiß... Filterbubble und so. �� Viel Spaß darin.

    AntwortenLöschen
  31. Holla die Waldfee, mir fehlen ja fast die Worte bei so viel Faktenverdrehung auf einen Haufen. Und alles Punkte, die mit einfachen und sachlichen Argumenten widerlegt werden können - was du auch genau gemacht hast, Elif. Aber wer nicht zuhören will, sieht das natürlich nicht.

    Deswegen eher noch ein Kommentar für dich und für Sinead: Danke für eure Arbeit. Danke für eure Beiträge. Und danke für dein unermüdliches Gegensprechen, Elif!
    Es ist traurig und widerlich, dass rassistische Kommentare wie die von Nomadenseele und den "mutigen" Anonymen unter derart wichtigen Texten auftauchen, und dass sowas keineswegs eine Ausnahme ist. Umso bewundernswerter, dass du weiter hier bist, in aller Öffentlichkeit. Danke!

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Vielen Dank, liebe Shiku. Ich frage mich wirklich, woher diese unermüdliche Motivation kommt, aber irgendwie amüsiert es mich auch. Man, muss sich da jemand angegriffen fühlen. :D Viel Liebe an dich!

      Löschen
    2. Aber hallo! Mittlerweile kommt ja auch fast nichts ein neuer Rant. ... Vielleicht will die Person auch einfach das letzte Wort haben. Weil Gründe.
      Viel Liebe auch an dich!

      Löschen
  32. Was heißt hier ein Geisterfahrer? Es sind tausende!

    Wenn alles und jeder schlecht, rassistisch, was auch immer ist, sollte man sich eventuell mal fragen, ob es weniger änder Welt, sondern vielmehr an einem selbst liegt.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Bestimmt. Wenn es dir damit besser geht. :)

      Löschen
  33. So wie es dir mit "farbig" geht, geht es mir mit Schwachsinn.

    Natüüüürlich kann meine Motivation nur emotional sein, weil ich mich angegriffen fühle und auf gar keinen Fall logisch rationale Gründe haben.

    Aber gegen Ideologien sind nunmal Logik und Argumentation machtlos. Verbrennt mal weiter Dinge auf eurem Netzaltar.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. https://media.giphy.com/media/11OcqkzzSmXb7q/giphy.gif

      Löschen
  34. Oooooo... war das jetzt nicht sexistisch?! ��

    AntwortenLöschen
  35. Kritik gleich Rant. Das mit der Kritikfähigkeit schlagen wir aber besser auch nochmal nach. Und bei der Gelegenheit vielleicht auch noch ein paar andere Begriffe.

    AntwortenLöschen
  36. Liebe Elif,
    wow... Ich dachte mit meinem Hinweis auf die Konstruktion durch Sprache wäre schon etwas klarer geworden. Aber manche sind eben unbelehrbar. Chapeau, dass du dir diese ganzen Kommentare gegeben hast und weiterhin versucht hast, eine vernünftige Diskussion anzustoßen. <3
    Viele herzliche Grüße aus Bremerhaven,
    Eva

    AntwortenLöschen