Rezension: "Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen" von Günter Ewald


Titel: Auf den Spuren der Nahtoderfahrungen
Autor: Günter Ewald
Verlag: Butzon & Bercker
Seitenzahl: 176
Preis: 16,95€

Inhalt 
Gibt es so etwas wie eine unsterbliche Seele? Nicht nur Theologen, auch viele Mediziner und Naturwissenschaftler sind dieser Meinung. Tatsächlich weist die Erforschung sogenannter Nahtoderfahrungen über ein rein diesseitiges Menschenbild hinaus und wird dabei durch die Quantenphysik unterstützt. Günter Ewald hat für sein aktuelles Buch neue Nahtodberichte gesammelt und erklärt anschaulich die wissenschaftlichen Hintergründe einer erstaunlichen, auch in ihren religiösen Folgerungen bedeutsamen Entwicklung. via


Meine Meinung
Nahtoderfahrungen sind kein unbekanntes Thema in unserer Gesellschaft. Seien es Erlebnisse von Musikern wie Cat Stevens oder filmische Umsetzungen, irgendwo wird jeder von uns mal auf einen Bericht eines Nahtoderlebnisses gestoßen sein. 
Interessiert hat mich das Thema zwar schon, doch ich habe mich nie näher damit beschäftigt. Günter Ewalds Buch erschien mir als ein guter Einstieg, da dieser mir als Mathematiker nicht wie ein Laien-Autor erschien. Meine Vermutung hat sich bestätigt, denn der Herr Ewald weiß, wovon er redet. Und er weiß, wie man ein Thema nahe bringt. 
So beginnt er zunächst mit einem kurzen Einstieg, woraufhin der Hauptteil folgt, in dem hauptsächlich Nahtodberichte geschildert werden, die er jeweils kurz kommentiert. Doch nicht nur Nahtoderfahrungen, sondern auch Nahtodbegegnungen werden geschildert, also Kontakte mit kürzlich verstorbenen Menschen. Interessant waren auch die Berichte von Kindern, die Nahtoderlebnisse erfahren hatten. Viele dieser Erlebnisse schildern Kulissen wie einen Tunnel mit einem Licht am Ende und einem Ort voller Liebe, Geborgenheit und Harmonie, wie der christliche Glaube es vorhersagt. Anfangs war ich demgegenüber skeptisch, denn es könnte doch sein, dass das Gehirn nur etwas verbildlicht, wovon man mal etwas gelesen hat. Doch der Autor geht später auch auf solche Punkte ein und lässt die Gegenargumente nicht außer Acht, was mir gut gefallen hat. Auch hat mir gefallen, dass ich – trotz dass Herr Ewald sich scheinbar privat zum christlichen Glauben bekennt – keinesfalls das Gefühl hatte, dass ich in eine Richtung gelenkt werden sollte, dass ich unbedingt glauben sollte, was berichtet wird. Dies wird vor allem in den letzten Kapiteln klar, in denen der Autor eine quantenphysische Erklärung anbringt und diese auf eine nicht zu komplizierte Weise zu erläutern versucht. Ich kann nicht beurteilen, inwiefern diese Fakten richtig oder falsch waren, da ich mich in der Quantenphysik gar nicht auskenne, doch es erschien mir gut begründet und untermauert, mit Beispielen von Berühmtheiten wie Albert Einstein und Sigmund Freud. 
Ein weiterer Pluspunkt war der Schreibstil. Trotz einiger schwieriger Themendarstellungen wie der Quantenphysik schafft es Ewald, dass es nicht langweilig oder trocken wird. Außerdem wird alles mit Fußnoten belegt, was bei einem Forschungsbeitrag natürlich unabdingbar ist. 
Der einzige Punkt, der mich unzufrieden zurücklässt, ist, dass sich das Buch auf die westliche Kultur beschränkt. Das wird zwar auch begründet, doch würde mich vielmehr ein Vergleich von Nahtoderfahrungen der verschiedensten Kultur- und Religionskreise interessieren. Natürlich wäre der Umfang dann um einiges größer, doch es wäre eine Anregung, da die Welt nicht nur Amerika und Europa umfasst und es bestimmt noch unzählige weitere interessante Berichte zu entdecken gäbe. 

Fazit
Insgesamt ist dieses Buch eine gelungene Darstellung, sowohl als Einführung, als auch als Denkanstoß. Denn der Autor belässt es nicht bei den Erfahrungsberichten, sondern führt auch mögliche quantenphysikalische Lösungsanstöße an. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass sich Günter Ewald lediglich auf Berichte aus den westlichen Ländern bezieht, was mich leider nicht ganz zufriedenstellen konnte. Dennoch bin ich positiv überrascht und fühle mich um einige Gedanken reicher. Wen dieses Thema interessiert, dem kann ich dieses Buch auf jeden Fall empfehlen. Von mir gibt es 4 von 5 Punkten



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