Rezension: "Magna Mater" - E. W. Heine

Titel: Magna Mater
Autor: E.W.Heine
Verlag: C. Bertelsmann
Seitenzahl: 240
Preis: 18,99€

Ein großes Dankeschön an die Verlagsgruppe Randomhouse für dieses Rezensionsexemplar!

Inhalt
Was passiert in einer Gesellschaft ohne Religion, Kriege - und Liebe?
Ein faszinierender Roman über das Scheitern unserer Gesellschaft und die Zukunft der Menschheit: E.W. Heine entführt uns in eine Welt, in der alles abgeschafft wurde, was ein friedliches Zusammenleben jahrhundertelang behinderte: die Religionen, die Kriege und auch die Liebe. In der neuen Welt herrscht nur noch die reine Vernunft. Und über allem wacht ein mächtiger Orden, an dessen Spitze die Magna Mater, die große Mutter, steht. 
Doch eine Ordensfrau weiß, dass sich hinter der prächtigen Maske der Magna Mater eine Lüge verbirgt. Wie konnte es in dieser Idealwelt dazu kommen? Die Ordensfrau widersetzt sich mutig allen Regeln und macht sich auf die Suche nach der Wahrheit … via

Meine Meinung
Ich überlege schon seit einer Weile, wie ich diese Rezension verfassen soll und ehrlich gesagt fällt es mir immer noch schwer.
Zum Teil liegt es daran, dass dieses Buch sehr viel Wissen zum Leben in dieser Zukunftsvision vermittelt hat. So viele, dass ich mich gar nicht entscheiden konnte, welche ich alle in diese Rezension einbeziehen soll. Zum Anderen gibt es Bücher, zu denen kann man nicht viel schreiben. Nicht, weil die Bücher schlecht waren, sondern einfach, weil man sie gelesen haben muss, um zu verstehen.
Ich versuche mich trotzdem daran.
Zunächst einmal sei erwähnt, dass ich dieses Buch nicht so sehr als Roman, sondern vielmehr als einen Bericht oder ein Gleichnis empfunden habe.
„Magna Mater“ spielt in einer Zukunft, in der die komplette Nordhalbkugel durch Atomwaffen unbewohnbar geworden ist. Die Geschichte spielt sich im Süden auf einer Inselgruppe ab. Jede Insel hat eine Bestimmung. Auf einer leben die Ordensfrauen, die „Regierung“, sofern man diese so nennen kann. Diese Frauen sind Ausgewählte, die normal altern und empfinden. An der Spitze steht die „Magna Mater“, die stets eine Maske trägt und deren Identität niemand kennt. Alle anderen Menschen werden nach der Geburt einem medizinischen Eingriff unterzogen. Der Schädel wird so verformt, dass die Jugend und Kindlichkeit beibehalten wird. So und mit Hormonen leben die sogenannten Blühenden bis zum 40. Lebensjahr ohne zu altern, ohne Sorgen und ohne Körperlichkeiten zu empfinden. Erst mit 40 wird das Hormon abgesetzt und die Blühenden auf eine hierfür bestimmte Insel gebracht. Dort findet eine Orgie statt, nach der alle sterben, bis auf die befruchteten Eizellen, die den Frauen entfernt und „ausgebrütet“ werden. Die Ordensfrauen kontrollieren diese Vorgänge.
Viel mehr möchte ich nicht verraten, obwohl ich gerne zur Auflösung etwas schreiben würde, weil diese mich sehr positiv überrascht hat. Die neu erschaffene Welt und Denkweise klingt durchweg plausibel, was ich bisher selten bei utopischen Romanen erlebt habe.
Ich habe zwar Anlaufschwierigkeiten gehabt, doch spätestens ab der Hälfte wusste der Roman zu überzeugen. Ich bewundere E.W. Heine für seine Gedankengänge und für die Welt, die er erschaffen hat. Es gibt Bücher, bei denen man bei jedem Satz denkt: „Und das hat sich eine einzige Person überlegt und aufgeschrieben? Unfassbar!“ und das war hier eindeutig der Fall. Ich konnte mich bis zum Ende mit der Protagonistin nicht anfreunden, da diese sehr distanziert war und teilweise Dinge getan hat, die ich nicht nachempfinden konnte. Zwar glaube ich, dass das von Herrn Heine durchaus beabsichtigt gewesen sein wird, dennoch hätte ein bisschen mehr Nähe das Lesen und vor allem den Anfang vereinfacht. Von „einfach“ kann aber trotzdem nicht die Rede sein, denn man muss jeden Satz aufmerksam lesen, um alles zu verstehen.

Fazit 
Dieses Buch war ein zufälliger Griff. Wäre ich nicht in der Stimmung gewesen, etwas komplett neues und mir unbekanntes zu lesen, hätte ich es vielleicht nicht zur Hand genommen. So aber hat mich das Buch durchaus überzeugt und ich empfehle es weiter, sofern ihr euch für Bücher fernab von Liebesgeschichten und zu viel Schnickschnack interessiert. Es ist sehr nüchtern, aber auch eine sehr interessante und auf seine eigene Art und Weise plausible Zukunftsvision.nicht wirklich die Rede sein, denn dieses Buch ist keine leichte Kost. Es regt zum Nachdenken an und man muss jeden Satz aufmerksam lesen, weil man sonst etwas wichtiges verpassen könnte.
Ich vergebe 3,5 von 5 Sternen.

1 Kommentar

  1. Mmmh, irgendwie klingt das Buch gut, aber wirklich lesen würde ich es wohl erstmal doch nicht. Kann aber auch daran liegen, dass ich momentan auf so etwas wenig Lust habe :/
    Trotzdem eine sehr schöne Rezension. Allerdings endet der letzte Satz deiner "Meinung" ziemlich abrupt und wird dann, wenn ich das richtig sehe, im "Fazit" weitergeführt :S

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