7/31/2016

[Monatsrückblick] Juli 2016


Auch diesen Monat bin ich nicht ganz so viel zum Lesen gekommen. Diesmal ist meine Ausrede kurz und knapp: Netflix hat alle Gilmore Girls Staffeln hochgeladen. :D Ich bin bereits bei der 6. Staffel und freue mich schon unglaublich auf die neuen Folgen im November. Außerdem habe ich knapp 200 Seiten in "Americanah" gelesen, aber beenden konnte ich es noch nicht. Angefangen habe ich den Monat mit "Go Set A Watchman". "Americanah" folgte und zwischendurch habe ich zwei Gedichtbände und eine Novelle gelesen. Gedichtbände habe ich in letzter Zeit generell sehr gerne gelesen - dazu ist auch ein Beitrag geplant! 


Go Set A Watchman - Harper Lee (288 S.) [Gedanken
★★★★☆

Teaching My Mother How To Give Birth - Warsan Shire (42 S.)
★★★★★

The Old Man And The Sea - Ernest Hemingway (128 S.)
★★★☆☆

The Princess Saves Herself In This One - Amanda Lovelace (156 S.)
★★★★★

Alle Bücher haben mich auf ihre Art und Weise zum Nachdenken gebracht, weshalb es für mich trotz der mangelnden Quantität ein erfolgreicher Lesemonat war. 
Genauso auch, was die Neuzugänge anging - denn immer, wenn ich Gilmore Girls schaue, denkt sich ein Teil meines Gehirns "Read all the classics!" (deshalb auch Hemingway. Hach, Jess. <3). So auch diesmal. Da ich aber aufgrund der netten Semestergebühr nicht sehr viel Geld zur Verfügung hatte, habe ich von der Unibibliothek Gebrauch gemacht und mir einige Klassiker ausgeliehen:


"Americanah" hat mir außerdem den Anstoß gegeben, mich auch mal nach Klassikern von People of Colour umzusehen, deshalb Chinua Achebe und Maya Angelou. Und wenn man schon Gedichte für sich entdeckt hat, dürfen welche auf der Muttersprache auch nicht fehlen. Ich hoffe, ich schaffe es, alle Bücher zu lesen, bevor die Bib sie wiederhaben will. :) 

"Richtig" einziehen durften aber auch ein paar Schätze:


Jaja, wieder erwähne ich "Americanah", aber das Buch gefällt mir bisher SO gut, dass für mich klar war/ist, dass ich mehr von Chimamanda Ngozi Adichie lesen muss. Deshalb habe ich den Fischer Verlag mal angeschrieben und freundlicherweise nicht nur die beiden von mir angefragten Bücher Die Hälfte der Sonne und Heimsuchungen zugeschickt bekommen, sondern auch Blauer Hibiskus. Ich freue mich schon extrem darauf, die Bücher zu lesen!
Selbst gekauft habe ich mir Frankenstein, Nora / Hedda Gabler (Julia ist Schuld), The Princess Saves Herself In This One und Salt., ebenfalls ein Gedichtband. Die sind für den Kindle sehr preiswert.



Für den August habe ich mir vorgenommen, ein paar mehr Klassiker zu lesen, vor allem die beiden Shirley Jackson-Schätze, die ich noch ausgeliehen habe, aber auch die Bibliotheksbücher. Mal sehen, wie viel ich neben den drei Portfolios schaffe, die ich noch schreiben muss. Aber ich bin zuversichtlich, da ich ja bald meine Freizeit nicht mehr mit den Gilmore Girls verbringen kann. 
Wie war euer Juli so? Habt ihr viel gelesen? Oder eure Freizeit, wie ich, mit Serien verbracht? x) 

7/17/2016

[TAG] Fictional Bookish Girl Squad

Die liebe Valerie hat mich getaggt und ich bin mehr als gerne bereit, meine fiktionale Clique mit euch zu teilen! Die Idee für den Tag finde ich wahnsinnig cool, deshalb vorab: ich tagge Liesa, Sarah, Julia und Karin, sowie alle anderen, die Lust dazu hätten. :) 
Dann wollen wir mal! 


1) Someone who will force you to go out when you want to stay in. 

Mir kam sofort Nina aus Six of Crows in den Sinn. Sie ist so ein Energiebündel, extrovertiert, voller Tatendrang. Ich glaube, mit ihr würde es nie langweilig werden! 

2) Someone who will have your back. 

Ich glaube, ich kenne kaum einen so loyalen und treuen Charakter wie Tatiana aus The Bronze Horseman (zu dt. "Die Liebenden von Leningrad") und den Folgeromanen. Sie darf auf gar keinen Fall in meiner Girl Squad fehlen. Ich glaube, wenn man Tatiana im Leben hat, dann braucht man sich vor kaum etwas zu fürchten.

3) Someone who will help you move. 

Schon bei Loyalität musste ich an Iko aus den Luna-Chroniken denken, doch gerade bei so einer Sache, die sehr viel Organisationstalent und Kraft erfordert, wäre sie die perfekte Begleiterin, ohne zu murren. Iko ftw! 

4) Someone who you can share your problems with, a listening ear. 

Ethel Williams aus der Jahrhundert-Trilogie von Ken Follett. Eine Frau, die so viel erlebt hat (beide Weltkriege, die Erlangung des Frauenwahlrechts aus aktiver Perspektive, den Kalten Krieg und so, so viel mehr!) und so viel Weisheit dadurch erlangt hat wäre sicher die perfekte Ansprechperson für ausnahmslos alles. "Vom Hausmädchen zum Parlamentsmitglied" ist das neue "Vom Tellerwäscher zum Millionär". Ich hätte gerne eine Ethel in meinem Leben!

5) Someone to gossip with. 

Wer wäre da besser geeignet als Penelope Featherington aus der Bridgerton-Reihe? Ich mein, sie ist diejenige, die heimlich eine Kolumne über die gesamte High Society schreibt und kein Blatt vor den Mund nimmt. Nicht nur weiß sie alles, sie ist auch noch spitzzüngig, schlagfertig und witzig. Für den Zweck kann ich mir beim besten Willen niemanden vorstellen, der geeigneter wäre. 

6) Someone to go on holidays with. 

Hier habe ich länger überlegt und mich letztendlich für Mascha aus Der Russe ist einer, der Birken liebt entschieden. Sie spricht so viele Sprachen und besitzt eine so faszinierende Beobachtungsgabe, dass Reisen mit ihr ein besonderes Erlebnis sein muss. 

7) Someone to hang out with quietly. 

Es gäbe keine bessere als Cath aus Fangirl. So wie ich hat auch sie Hobbies, die teilweise online stattfinden. Wir könnten problemlos beieinander sein, jeder seinem Ding nachgehen und uns trotzdem wohl und verstanden fühlen. 

Eigentlich war es das mit den Kategorien, aber ich würde zu gerne eine weitere hinzufügen, weil mir das in meiner Clique ebenso wichtig ist und ich die perfekte Person dafür bereits im Kopf habe:

8) Someone to have passionate discussions with. 

Freunde, mit denen man über Gott und die Welt diskutieren kann, die nicht nur zuhören, sondern auch etwas beitragen, sich ebenso mit diesen Dingen beschäftigen wie du und dich verstehen. Die möchte ich auch keinen Fall missen. Und auch, wenn ich das Buch erst angefangen habe, bin ich mir sicher, dass Ifemelu aus Americanah dafür ideal wäre. Die Gedanken, die sie im Roman hat, sind wahnsinnig scharfsinnig und ich würde zu gern mit ihr stundenlang darüber reden! 



Das war also meine Fictional Girl Squad. Was sagt ihr dazu? Für wen hättet ihr euch entschieden? Ich freue mich über Verlinken zu euren Beiträgen oder Kommentare mit eurer Auswahl! 

7/07/2016

[Gedanken] "To Kill A Mockingbird" & "Go Set A Watchman" von Harper Lee

Vor kurzem las ich den viel gefeierten und überall erwähnten Roman "To Kill A Mockingbird" (zu dt.: "Wer die Nachtigall stört") von Harper Lee und konnte mich den begeisterten Stimmen nicht anschließen. Es brachte mich aber dennoch zum Nachdenken, sodass ich mir auch "Go Set A Watchman" (zu dt.: "Gehe hin, stelle einen Wächter") zu Gemüte führte - das Werk, das Lee ursprünglich geschrieben hatte, das aber nicht veröffentlicht wurde, bis 2015. Damals bat sie der Verlag, aus der Story eine aus Kinderperspektive zu schreiben und entstanden ist "To Kill A Mockingbird", quasi eine Vorgeschichte zu "Go Set A Watchman" (im Folgenden kürze ich beides mit TKAM und GSAW ab). Mir ist aufgefallen, dass viele, die TKAM sehr gemocht haben, GSAW nicht so sehr mochten. Bei mir war es genau andersrum - der Nachfolger gefiel mir um einiges besser und in diesem Post möchte ich ein bisschen aufschlüsseln, warum das so ist. Meine Gedanken sind unsortiert und unausgereift und eine Rezension wird es auch nicht, um das mal vorab zu klären. Spoiler sind nicht zu vermeiden!

Warum gefiel mir "To Kill A Mockingbird" nicht so gut? 

Kurz zur Handlung: In Maycomb leben die Halbwaisen Jean-Louise und Jem mit ihrem Vater, einem Anwalt, und haben eine im Grunde recht schöne Kindheit. Im Buch geht es darum, dass der Vater Atticus von seiner Haushälterin/Nanny, einer Schwarzen, gebeten wird, einen Schwarzen zu vor Gericht zu verteidigen, der zu Unrecht wegen Vergewaltigung angeklagt wird.

Mich haben einige Dinge immens gestört. Dieses Buch wird bis heute als ein Meisterwerk und Vorbild für Anti-Rassismus gesehen - ist aber geschrieben von einer Weißen, die nie von Rassismus betroffen war. Die Schwarzen im Roman sind belanglose Randfiguren. Entweder sind sie zufrieden mit ihrem Leben (zumindest äußert niemand Unzufriedenheit) oder gehen passiv damit um. Es ist der weiße Held in Form von Atticus nötig, damit sie eine kleine Stimme bekommen. Nur ein weißer Mann kann sie retten! Mhm, dieses Narrativ kennen wir zu Genüge. Das ist genau die Art von Anti-Rassismus, mit der sich weiße Menschen wohlfühlen. Denn seien wir mal ehrlich, wir haben alle Rassismen internalisiert. Es ist gar nicht anders möglich, denn wir leben in einer postkolonialen Gesellschaft. Du, ich, offene Rassisten genauso wie der gängige Gutmensch (zu dem ich mich zähle ;)). Die einzige Möglichkeit, so etwas einzudämmen, ist Reflexion. Und irgendwie habe ich das Gefühl, dass nicht viele Leser von TKAM reflektieren, dass selbst hier unbeabsichtigte, internalisierte Rassismen reproduziert werden.
Noch ein paar Worte zu Everyone's Darling Atticus: Ja, auch ich mochte seine Erziehungsmethoden, seinen Rechtssinn, seinen Pazifismus. Aber seien wir mal ehrlich, er war auch nur der Beste in seiner rassistischen Umgebung und akzeptierte den Rassismus als einen Teil dieser. Der Maßstab ist also nicht sehr hoch. Ich konnte nicht nachvollziehen, dass so viele Atticus auf ein Podest stellen, als eine Art Übermensch, der (weiße) Held eben, obwohl er alles andere als fehlerfrei war.
Natürlich behandelt TKAM auch andere Themen - Feminismus (die Protagonistin ist nicht sehr "feminin"), Klassismus, das Leben in den Südstaaten, Familie und Verwandtschaft - aber nach meiner Wahrnehmung eben vor allem Rassismus. Das Buch mag für die 50er-Jahre revolutionär gewesen sein (traurig genug), aber heutige Leser sollten sich der Problematik unbedingt bewusst sein. 


"Go Set A Watchman" und warum ich es um einiges besser fand


Ich habe etwas gebraucht, um in GSAW reinzukommen, aber es hat mir um Längen besser gefallen. Die Protagonistin aus TKAM ist jetzt eine erwachsene, junge Frau und lebt in New York, pendelt ab und zu nach Hause in den Süden. So auch im Roman. Ihr Vater Atticus ist inzwischen sehr alt und bildet einen Sandkastenfreund von ihr aus (ihr Vater ist Anwalt), der sie heiraten möchte. Zu der Zeit ist die NAACP im Süden aktiv und setzt sich für die Gleichberechtigung der Schwarzen ein, was dazu führt, dass sich Stadträte gründen, die dagegen sind und mit dem Ku-Klux-Klan sympathisieren. Nun, Jean-Louise findet heraus, dass ihr Held, die Person, der sie immer bedingungslos vertraut und zu der sie aufgesehen hat, ihr Vater, Teil dieses Stadtrates ist. Genauso wie ihr Fast-Verlobter Hank. Das stürzt sie in ein tiefes Loch der Verzweiflung, denn sie hat von ihrem Vater immer gelernt, dass man jeden Menschen mit dem gleichen Respekt behandeln sollte. Es gibt einen großen Disput, in dem Jean-Louise ihm alles entgegenschmettert, was ihr in den Kopf kommt. Die heftige Reaktion rührt durch ihre große Enttäuschung, war aber genau das, was auch ich empfunden habe - mit dem Unterschied, dass ich vorher schon wusste, dass Atticus ein Rassist ist. Offenbar waren sich aber viele Leser von TKAM dessen auch nicht bewusst, so wie Jean-Louise, denn viele kritisieren an GSAW, dass Atticus eine unrealistische 180°-Drehung machen würde. Was einfach nicht der Fall ist. GSAW zeigt genau das auf, was in TKAM schon angedeutet wurde und was mich da gestört hatte, weshalb ich so froh darüber war, dass GSAW diese Aspekte aufgreift und vertieft. Atticus ist ein Rassist, ein moderater vielleicht, aber er ist trotzdem der Meinung, dass Schwarze und Weiße nicht dieselben Orte besuchen sollten - Schulen, Unis, Cafés, Busse. Und sorry folks, aber das war in TKAM auch schon so. Ihr wolltet es nur nicht sehen. 
Ich fand es ein bisschen unglücklich, dass Jean-Louise' Wut so schnell verpufft. Sie verzeiht ihrem Vater sehr, sehr schnell. Ich konnte sehr gut nachempfinden, dass sie den Kontakt nicht abbrechen konnte und wollte. Ich meine, kennen wir das nicht alle aus unserem Familien- und Verwandtenkreis? Du hörst hier einen rassistischen Kommentar und da einen homophoben und haste nicht gesehen, aber letztendlich ist es deine Familie. Du kannst sie dir nicht aussuchen. Und auch, wenn sie manchmal Mist von sich geben, weißt du, dass es eigentlich gute Menschen sind - wie bei Atticus. Dementsprechend konnte ich wirklich gut nachvollziehen, dass Jean-Louise sich wieder versöhnt. Nur nicht, dass es so schnell geht. 
Außerdem ließe sich noch kritisieren, dass wieder kein schwarzer Charakter so richtig zu Wort kommt und dass Jean-Louise trotzdem auch nicht frei von Rassismus ist, aber GSAW ist viel unverblümter, viel augenöffnender als TKAM. Zumindest habe ich es so empfunden. Alleine funktioniert der Roman aber nicht. 



Alles in allem bin ich froh, beide Romane gelesen zu haben, auch wenn ich sie beide nicht makellos fand und TKAM überbewertet finde - aber genau das ist ja manchmal das Spannende an Büchern, dass sie einen so viel zum Nachdenken anregen und Diskussionen entfachen. Mein Post soll einfach mal eine andere Perspektive auf diese beiden Werke werfen. Außerdem freue ich mich sehr über eure Gedanken dazu: Habt ihr die Romane gelesen? Wie gefielen sie euch? Fielen euch die von mir erwähnten Punkte auch auf oder habt ihr das alles ganz anders wahrgenommen? 

7/02/2016

[Monatsrückblick] Juni 2016


Diesen Monat habe ich tatsächlich mal häufiger zum Buch gegriffen - trotzdem ist nicht ganz so viel dabei rumgekommen, aber das ist okay. Was mir aufgefallen ist: Es war kein einziger gelesener Roman dabei. Zu Ende gehört habe ich zwar einen ("Kinder der Freiheit"), aber dass ich schon so lange keinen mehr gelesen hab, ist wirklich eher ungewöhnlich. Trotzdem waren tolle Bücher dabei, neben dem Hörbuch zwei Sachbücher und ein Gedichtband. 

Kinder der Freiheit - Ken Follett (1216 Seiten)


Für mich ist auch die 6. Stunde - Frau Freitag (288 Seiten) [Rezension]


Milk And Honey - Rupi Kaur (208 Seiten)
(und noch 100 mehr)

Reasons To Stay Alive - Matt Haig (264 Seiten)


Wow, mir fällt jetzt erst auf, dass ich wirklich alle Bücher mit 5 Sternen bewertet habe. Dabei könnten die Bücher alle unterschiedlicher nicht sein und trotzdem war jedes für sich einfach toll. Besonders "Milk And Honey" habe ich mehr als geliebt und werde es sicher noch mehrmals lesen. Ich plane, das Buch auch nochmal gesondert zu "rezensieren" (soweit das bei einem Gedichtband machbar ist). 


Was Neuzugänge anbelangt, bin ich ja immer ganz fleißig dabei, wobei ich diesmal tatsächlich nicht einmal selbst in die Tasche gegriffen habe. Von meinen Kolleginnen hatte ich einen Thalia-Gutschein zum Geburtstag bekommen, den ich direkt online eingelöst habe - mit durften "1984", "The Smell Of Other People's Houses", "Stars Above" und "A Room Of One's Own" (welches ich auf dem Bild vergessen habe). Außerdem gab es nachträglich noch von Liesa "Milk And Honey" und von meinem Freund "Moby Dick". Per Post erreichte mich dann noch "#Post This Book" vom Loewe-Verlag. Auch da werde ich euch nochmal einen besseren Einblick gewähren, witzig ist das Buch jedenfalls. 
Ich finde meine Neuzugänge wirklich wahnsinnig toll und freue mich auf die Bücher! Die Tasse ist übrigens aktuell von Primark, falls ihr euch das schon fragtet. :)

Jetzt im Juli habe ich erstmal wieder zu "Go Set A Watchman" gegriffen, welches ich vermutlich zeitnah beenden werde. Was ich danach oder generell diesen Monat lese, entscheide ich spontan. :)

Wie sieht es bei euch aus? Wie war euer Juni und was steht im Juli so an? 
Eigentlich wollte ich ja schön zu Sommerbüchern greifen, aber das norddeutsche Wetter scheint den Regen lieber zu mögen. 

6/26/2016

[TAG] Bookstagram Confessions

Seit Ewigkeiten schwirrt mir dieser TAG im Kopf herum und der heutige Tag schien mir perfekt, um ihn nochmal aufzugreifen. Liebe Leute, meine Bookstagram Confessions! 

1) Ich habe Bookstagram durchschaut. Ich kenne alle Arten von Accounts, schätze ich. Da hätten wir a) die, die immer nur posten, was sie neu reinbekommen (oftmals auch nicht nur Bücher, sondern viel Merchandise) - nennen wir sie "Die Sammler". b) die, die immer ein gleiches "Theme" haben, sprich, einen gleichen Hintergrund, die gleiche Bearbeitung usw. - damit überschneiden sich c) die Spiegelreflexkamera-Nutzer. Während du einen Titel nicht mal fokussiert kriegst, machen sie nicht nur das, nein, sie haben auch fancy blurry Hintergründe und so. Und dann gibt es noch d) die "Pseudo-Bookstagrammer" - jene, die zwar Buchfotos posten,aber nie auf den Bildinhalt eingehen, sondern einfach unter dem Bild irgendwas anderes schreiben. Oftmals sind das auch Leute, die eigentlich eher selten lesen, deshalb haben sie auch einfach nichts zu den Büchern zu berichten. Aber fotografieren tut man sie natürlich trotzdem. Tja, und dann gibt es noch e) den Rest. Mit den etwas gemischteren, teilweise wirreren Accounts. Meine Lieblingsaccounts gehören zu dieser Kategorie. Ach ja - Überschneidungen kann es selbstverständlich geben.
Ich muss sagen, viele dieser Account-"Arten" nerven mich inzwischen ein wenig. Mich interessiert Merch nicht übermäßig (ehrlich gesagt kommt es mir teilweise sehr dekadent vor), gleiche Themes langweilen mich und wenn du nichts über Bücher zu schreiben hast, dann führ doch bitte keinen Bookstagram-Account. Irgendwie geht der Austausch durch diesen Ruhm- und Sammeldrang und den Perfektionismus etwas verloren, was ich sehr schade finde. Dazu passt auch mein nächster Punkt:

2) Ich H A S S E S4S (Shoutout for Shoutout), F4F (Follow for Follow), Repost-Gewinnspiele und all diesen grässlichen Kram. Leute, die 500 Bilder liken, aber nicht folgen, verdienen ebenfalls keine Aufmerksamkeit, so wie Leute, die folgen, aber wieder entfolgen, wenn man nicht zurückfolgt. Oh, wie nervig ich das alles finde! Folgt mir bitte nur, wenn es euch um meine Inhalte geht. Wenn ihr meine Bilder oder meine Texte mögt. Nicht, weil ihr "meine Zahl" wollt. Ist mir egal, wenn ich dann weniger Follower hab, wenigstens habe ich dann nur ehrliche. Meine Güte!

3) Ich kann Funko Pops nicht mehr sehen. Ja, ich fand sie anfangs auch süß. Aber auch überteuert. Ich verstehe ehrlich gesagt nicht, dass man so viel Geld für die ausgibt. Manche besitzen schon an die hundert Stück, dabei gibt es den Hype noch nicht mal so lange. Irgendwie scheint mir das kein gesunder Umgang mit Geld zu sein. Aber whatever, jedem das Seine, stimmt's? Und mir das Meine - ich jedenfalls kann sie echt nicht mehr sehen. Jedes 2. Bild ist vollgestopft mit denen. Laaangweilig.

4) Womit ich beim nächsten Punkt wäre - ich mag Minimalismus. Und Ordnung. Zu vollgestopfte Bilder sind nicht meins. Außerdem nervt es mich tierisch, wenn jemand beabsichtigt, ein gerades Bild zu posten (z.B. Buchschnitt parallel zum Rahmen), es aber um wenige mm verfehlt. INSTAGRAM HAT EINEN REGLER. TU MIR DAS NICHT AN! Wenn du ein gerades Bild veröffentlichen willst, dann gib dir Mühe, es gerade zu gestalten. Bitte.

5) Letzter Punkt, der andere Accounts betrifft: mir gefällt nicht, dass so viele nicht auf Kommentare eingehen. Vor allem bei großen Accounts fällt mir das sehr auf und ich finde es schade. Irgendwie bekommt alles dadurch einen "business"-Geschmack. Dabei soll es doch gerade um Austausch gehen? 



6) In Sachen Austausch im Sinne von Kommentare schreiben hinke ich aber selbst noch hinterher. Antworten tu ich eigentlich immer, aber bei jemandem zu kommentieren scheitert bei mir meist. Wobei ich zurzeit nicht einmal Zeit habe, alle Bilder durchzuscrollen. Das geht dann manchmal nur im Schnelldurchlauf, währenddessen ich nur anhalte, wenn ein Name auftaucht, dessen Account ich sehr mag. 

7) Ein ganz anderer Punkt: Lange Zeit habe ich Blog und Bookstagram vor meinem Umfeld geheim gehalten. Irgendwie war es mir unangenehm, andere wissen zu lassen, dass ich eine von den Komischen bin, die Bücher arrangieren, um Fotos von ihnen zu schießen und anderen ähnlichen Kram. Zugegeben, es ist immer noch etwas komisch. Und ich gehe damit auch nicht hausieren. Aber es ist mir nicht mehr so unangenehm wie früher, eigentlich sogar so gut wie egal. Dann bin ich eben etwas komisch. So be it. Daran hab ich Spaß und das ist die Hauptsache. Und - die Leute gewöhnen sich auch mit der Zeit daran. 

8) Bookstagram hat mein Lese- und Kaufverhalten sehr beeinflusst. Irgendwann fing ich an, mehr auf Englisch zu lesen und zu kaufen - und auch meine Posts auf Englisch zu verfassen. Außerdem sammle ich generell mehr Bücher (z.B. die Penguin English Libraries) und behalte auch mehr - früher habe ich oft getauscht oder verkauft. 

9) 99% meiner Fotos sind gestellt/arrangiert und nicht spontan. 

10) Ich habe schon (Klein-)Kram gekauft, nur, weil dieser sich auf Fotos gut machen würde. Unechte Blumen, echte Blumen, unechte Blätter,.. aber nie was Teures. :D 

11) Ich bin sehr perfektionistisch, was meinen Account angeht - leider sieht es trotzdem nicht aus, wie ich gerne hätte. Das liegt einerseits an magelnden Skills, mangelnder Technik und aber auch an mangelnder Geduld. Irgendwie sollte es ja dann doch eher um Inhalte gehen und nicht sooo sehr um das Äußere, oder? ;) 

Also gut, das waren meine Bookstagram Confessions! Wie sieht es bei euch aus? Seid ihr auf Instagram / Bookstagram? Gebt ihr mir teilweise recht oder habt sogar noch ganz andere Confessions? Fühlt euch getaggt oder dazu aufgemuntert, mir eure Meinung hierunter kundzutun! :) 

6/19/2016

[Rezension] "Für mich ist auch die 6. Stunde" - Frau Freitag


Für mich ist auch die 6. Stunde. Überleben unter Schülern - Frau Freitag - ullstein extra - 288 S. - 14,99€ - ISBN 978-3-86493-042-3


Jeder Lehrer steht vor den ewiggleichen Problemen: Wie gehe ich mit Störern um? Welche Haltung beziehen ich bei Handys, Schminke und Jacken im Unterricht? Was tun, wenn einem der Klassenchef auf der Nase herumtanzt? Wie wäre es zum Beispiel mit der Konfrontationstaktik? »Na, Mustafa, möchtest du vor deiner und seiner Mutter wiederholen, was du eben zu Emre gesagt hast? Was meinst du, wie deine Mama es findet, dass du so Sachen sagst wie: Ich pisse auf das Grab deiner Toten?«
Frau Freitag gibt in ihrem unterhaltsamen Ratgeber Tipps und Tricks, wie Lehrer, Schüler und Eltern den Unterrichtsalltag überleben. Mit Problemen im Schulalltag kennt sie sich aus. Seit über fünfzehn Jahren unterrichtet sie an Brennpunktschulen. Ihre eigene Ausbildung wird Frau Freitag nie vergessen: diese Mischung aus Panik, mangelndem Selbstvertrauen und liebevoll-chaotischen Schülern, die das Unterrichten unmöglich macht. Was nicht hilft: die Theorien der Pädagogikpäpste, die seit Jahren keine Schule mehr von innen gesehen haben. Frau Freitags Kultbestseller sind schon längst Lehrmaterial. Und jetzt hat sie den praxisnahen Ratgeber geschrieben, den sie selbst gerne gehabt hätte. via


Bücher darüber, wie man zu unterrichten hat, gibt es zuhauf. Über Didaktik, Methoden, fachliche Inhalte und was nicht noch alles. In den nun fast 10 Semestern, die ich studiere, habe ich einige kennengelernt. Und wisst ihr was? Genützt hat mir in der Praxis noch keines. Zumindest nicht an den Schulen, die ich bisher kennengelernt habe. Ich habe keine Bilderbuchschüler. Ich habe Schüler aus den verschiedensten Verhältnissen mit den verschiedensten Problemen. Und gerade da bringt mir die ganze Fachliteratur gar nichts. Am hilfreichsten fand und finde ich es, mich mit Gleichgesinnten auszutauschen. Im Gegensatz zu den Fachliteraturschreibern wissen die, wie es in der Praxis aussieht. Mit „Für mich ist auch die 6. Stunde“ habe ich aber tatsächlich doch nochmal ein Buch entdeckt, das mir hilft. Das zwar ein Buch, aber vielmehr wie Austausch ist. Realitätsnah, authentisch. Genau das, was ich brauch(t)e.

Die Berliner Lehrerin Frau Freitag hat schon einige Bücher über ihren Schulalltag geschrieben. Das erste („Chill mal, Frau Freitag“) fand ich noch sehr amüsant, das zweite gefiel mir nicht mehr ganz so gut und so verlor ich ihre Bücher aus den Augen – bis jetzt. Als ich gesehen habe, dass es nun einen Ratgeber gibt, war ich sofort Feuer und Flamme. Frau Freitags Schulalltag ist mein Schulalltag und ich war mir sicher, dass da bestimmt viele hilfreiche Tipps drin sein würden – und ich wurde nicht enttäuscht. Ich fand diesen Guide wirklich so hilfreich und gelungen, dass ich mir bereits vieles für meinen zukünftigen Beruf vorgemerkt habe. 
Das Buch gliedert sich in 7 Oberkapitel – „Die Ausbildung und der Beruf“, „Das Chaos sortieren“, „Die berühmte Lehrerpersönlichkeit“, „Der Schüler“, „Der Lehrer“, „Der Unterricht“ und „Lehrer werden – ich bleiben – wie man gesund bleibt“. Allesamt Themen, die im Studium auch schon vorkamen, die aber nie mit so viel Direktheit und Witz zusammengefasst wurden. Integriert sind auch Themen, die ich so noch nicht behandelt hatte und mehr als hilfreich finde: wie man einen Sitzplan erstellt, wie man sich wirklich durchsetzt, die Bester-Mann-Taktik, Vertretungsstunden,… Ich wüsste kein einziges Kapitel, das ich nicht hilfreich fand. 

Dazu kommt, dass ich das Lesen auch einfach genossen habe. Frau Freitag schreibt sehr locker und mit viel Charme, sodass sich das Buch von Anfang bis Ende flüssig liest. Dadurch glaube ich eigentlich auch, dass Nicht-Involvierte Spaß dran haben könnten, aber insgesamt richtet es sich doch an Lehrer oder solche, die es werden wollen. Und ich bin sehr dankbar, dass es existiert!

Dieses Buch ist ein Segen für jeden, der den Lehrerberuf anstrebt, vielleicht auch für jeden, der schon Lehrer ist und womöglich auch für diejenigen, die einfach etwas Amüsantes lesen wollen. Denn so sehr das Buch auch ein Ratgeber ist, es ist auch gleichzeitig witzig und charmant. Ich für meinen Teil bin einfach froh, dieses Buch entdeckt zu haben. Es ist realitätsnah wie sonst keines der Bücher, die ich bislang zum Lehrerdasein gelesen habe - und somit ein kleiner Schatz für mich. Danke, Frau Freitag, wer immer Sie auch sind! Von mir gibt es 5 von 5 Sternen und eine klare Empfehlung. 

★★★★★

6/09/2016

[Monatsrückblick] Mai 2016

Long time no see, Freunde - meine Monatsrückblicke sind momentan das einzig Regelmäßige auf diesem Blog und selbst damit hinke ich gerade hinterher, wie ihr sehen könnt. Ich schätze, ab diesem Monat wird es besser, denn mein Praxissemester geht bald zu Ende. Dann werde ich zwar noch drei Portfolios und eine Hausarbeit schreiben müssen, aber wenn man schon am PC zu tun hat, kann man auch bloggen. Hoffe ich zumindest. Na ja, der Mai war jedenfalls okay - auf jeden Fall viel erfolgreicher im Vergleich zum April, obwohl ich nur ein Buch und eine Quellensammlung gelesen habe. Ich habe auch seehr viel "Kinder der Freiheit" gehört, aber die letzte Stunde des Hörbuchs am 1.6. beendet, also zählt das wohl nicht. :D Das war ein Klopper, sag ich euch!


To Kill A Mockingbird - Harper Lee (307 Seiten)
★★☆☆

The Suffragettes - Various (57 Seiten)

Trotz der erneut mageren Lesestatistik habe ich einige neue Bücher in meinem Regal begrüßen dürfen - nicht zuletzt auch aufgrund meines Geburtstages im Mai. Ich habe so viele schöne Geschenke bekommen und bin immer noch sehr dankbar und sprachlos. <3


"The House On The Edge Of The World", "Passagier 23", "Herz über Kopf" und "Reasons To Stay Alive" waren Geschenke (genauso wie die tolle Pride & Prejudice-Tasse!). Die beiden Diogenes-Schätze habe ich in einem offenen Bücherschrank entdeckt und direkt mal mitgenommen. Von Bernhard Schlink kenne und besitze ich sonst nur den Vorleser, "Liebesfluchten" wollte ich aber dennoch nicht liegen lassen, genauso wie "Das Parfum". 
Obwohl "To Kill A Mockingbird" mich nicht gänzlich überzeugen konnte, hat mich das Buch so sehr zum Nachdenken gebracht, dass ich wissen wollte, wie "Go Set A Watchman" ist. Als ich es in der Buchhandlung gesehen hab, musste es also mit. Angefangen ist es auch schon, aber ich brauche etwas mehr Freiraum im Kopf dafür. Und zu guter Letzt erreichte mich noch "Für mich ist auch die 6. Stunde" von Frau Freitag (danke an den Ullstein Verlag!). Ihre ersten beiden Bücher kenne ich, aber das zweite fand ich schon nur noch so lala, weshalb ich mich nicht mehr mit ihr beschäftigt hatte. Letztens sah ich aber zufällig dieses Buch in der Buchhandlung und war sehr angetan - es ist nämlich ein Buch für (angehende) Lehrkräfte und somit perfekt für mich. Vor allem jetzt, da ich Schule hautnah erlebe. Ich habe das Buch schon fast durch und kann es allen angehenden Lehrern wirklich nur ans Herz legen - eine Rezension wird aber auch noch folgen. 

Wie war euer Lesemonat denn so? Liebt ihr den Mai auch so sehr wie ich? :) 
Ich wünsche euch einen tollen Juni!